Ermutigend ist, dass Herzfehler in vielen Fällen schon bei den vorgeburtlichen Ultraschalluntersuchungen beim Frauenarzt entdeckt werden und entsprechende Vorbereitungen getroffen werden können. Zudem ist unmittelbar nach der Geburt in der 25. bis 48. Lebensstunde eine Untersuchung auf kritische angeborene Herzfehler mittels postnataler Pulsoximetrie vorgesehen.
Angeborene Herzprobleme mit EKG und Ultraschalluntersuchung erkennen
„Hat man den Herzfehler während der Schwangerschaft nicht entdeckt, so fällt er meist innerhalb der ersten Lebenstage durch ein sogenanntes Herzgeräusch auf“, berichten die Kinderkardiologen des Universitätsklinikums Erlangen. Hierbei kann der Arzt beim Abhören des Herzes ein Geräusch feststellen, das auf eventuelle Herzfehler hindeutet.
Hat ein Kind Auffälligkeiten gezeigt, die auf einen Herzfehler hindeuten, erstellt ein Kinderkardiologe in der Regel ein EKG und führt eine Herz-Ultraschalluntersuchung durch. Wird so ein Herzfehler tatsächlich nachgewiesen, aber als unkompliziert erkannt, bedarf es zumeist keiner weiteren speziellen Behandlung, sondern nur verschiedener Kontrollen im Laufe des Lebens. Stellt sich ein Herzfehler als schwerwiegender dar, wird eine weitere Bildgebung angestrebt. Dies wird normalerweise mittels einer Computertomografie (CT) gemacht. Oft wird bei älteren Kindern auch eine Magnetresonanztomografie (MRT) angewendet.
Individuelle Therapien
Je nach Schwere des Herzfehlers wird eine individuelle Therapie ausgearbeitet. Eventuell muss das Kind operiert werden. Allerdings können heute auch viele Herzfehler im Herzkatheterlabor behandelt werden. Hier wird minimalinvasiv ein Katheter – meistens über ein Blutgefäß in der Leiste – zum Herz vorgeführt. So lassen sich zum Beispiel Scheidewanddefekte (ASD und VSD) verschließen.
Generell bedeutet die Feststellung eines Herzfehlers bei einem Kind zunächst einmal eine Schocksituation für die Eltern und das Kind, sofern es alt genug ist, die Erkrankung zu verstehen. Das trifft gerade dann zu, wenn ein schwerer Herzfehler diagnostiziert wird. Hier helfen Psychologen, Ärzte und Selbsthilfegruppen und zeigen auf, wie die betroffenen Kinder und deren Angehörige im weiteren Lebensverlauf mit der Problematik umgehen können.