Unsere Haut erneuert sich etwa alle vier Wochen. Bei Menschen, die unter Psoriasis leiden, reagiert der Körper jedoch mit einer Entzündung, in deren Folge die Hautzellen sich deutlich schneller teilen. Über die genauen Ursachen ist wenig bekannt. Psoriasis ist aber genetisch veranlagt und Folge einer Autoimmunreaktion. Allein in Deutschland leiden Schätzungen zufolge rund zwei Millionen Menschen unter der nicht ansteckenden Krankheit, die oft in Schüben auftritt und sich in verschiedensten Formen äußert. Am häufigsten ist die Psoriasis vulgaris, die sich durch entzündliche, schuppige, meist juckende Hautveränderungen zeigt – am häufigsten an Ellenbogen, Knie, an der Kopfhaut oder am unteren Rückenbereich.
Symptome an Nägeln richtig einordnen
Auch, weil viele Symptome der Psoriasis leicht sichtbar sind, leiden die Patienten oft zusätzlich unter der subjektiven Erfahrung gesellschaftlicher Ausgrenzung. Das gilt insbesondere auch für die Nagelpsoriasis, die in etwa der Hälfte der Fälle – oft zusätzlich – auftritt. Gerade Patienten mit Schuppenflechte sollten bei Verfärbungen, Verdickungen oder Brüchigkeit der Finger- und/oder Fußnägel grundsätzlich einen Arzt aufsuchen. Aber auch, wer noch gar nicht unter Hautveränderungen gelitten hat, kann von Nagelpsoriasis betroffen sein. Daher sollte der Arzt über eventuelle familiäre Vorbelastungen, Vorerkrankungen oder persönliche Risikofaktoren informiert sein. Denn leicht kommt es auch zu Fehldiagnosen, und es wird ein Nagelpilz (Onychomykose) behandelt, wo eine Psoriasis-Therapie vonnöten wäre, oder umgekehrt. Im Zweifel bringt eine Labor-Untersuchung des erkrankten Nagels mehr Klarheit.
Psoriasis: Therapien, die effizient lindern
Erkrankte Nägel müssen in jedem Fall besonders sorgfältig gepflegt und behandelt werden, um eine Verschlimmerung der Symptome oder etwa auch zusätzlichen Nagelpilz zu verhindern, der sich auf den erkrankten Nägeln leicht einnisten kann. Dieser ist aber mit den geeigneten Medikamenten gut behandelbar. Gegen die Symptome der Nagelpsoriasis gibt es lindernde Therapien: vor allem Tinkturen, Salben und medizinische Lacke sowie spezielle Bestrahlungen mit ultraviolettem Licht (PUVA/SUP) zur äußeren Anwendung. Zusätzlich kann der Arzt eine medikamentöse Therapie verordnen. Ergänzend führen viel Bewegung sowie eine gesunde Lebensweise und Ernährung zu mehr seelischer Ausgeglichenheit.