Starke pulsierende oder pochende Kopfschmerzen über Stunden oder Tage, häufig begleitet von Übelkeit und Erbrechen sowie einer deutlichen Licht- und Lärmempfindlichkeit – das ist typisch für eine Migräneattacke. Einige Betroffene berichten zusätzlich von Reiz- und Ausfallserscheinungen, der sogenannten Aura. Sie nehmen beispielsweise Lichtblitze oder gezackte Linien wahr, die sich langsam entwickeln und im weiteren Verlauf wieder nachlassen. Migräne ist die mit Abstand häufigste neurologische Erkrankung. Zur Behandlung der Migräne als effektiv erweist sich eine Kombination aus Medikamenten und Verhaltenstechniken wie regelmäßiger Ausdauersport, Akupunktur sowie verschiedenen Entspannungsverfahren, einem Schmerzbewältigungstraining und Stressmanagement.
Gefahr von Übergebrauch
Laut dem Robert Koch-Institut leiden zwölf bis 15 Prozent aller Frauen und sechs bis acht Prozent der Männer in Deutschland darunter. Eine aktuelle Umfrage der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft hat jedoch ergeben, dass die Dunkelziffer groß ist. Bei sehr vielen Patientinnen und Patienten wird Migräne mit Kopfschmerzen verwechselt, die vom Nacken ausgehen. Medikamente zur Therapie einer akuten Migräne wie spezielle Schmerzmittel wirken jedoch umso besser, je früher man sie bei einer beginnenden Attacke einnimmt. Bei zu häufigem Gebrauch von Arzneimitteln gegen Kopfschmerzen können diese den Schmerz aber auch verstärken. Man spricht hier von Medikamentenübergebrauch-Kopfschmerzen. Für viele Menschen mit Migräne entsteht ein Teufelskreis, der mit einer Schmerzmittelabhängigkeit einhergehen kann. Für Betroffene einer chronischen Migräne und wiederkehrenden starken Schmerzattacken sind daher Alternativen wichtig.
Alternative Therapien zur Behandlung von Migräneattacken
Zum Beispiel Botulinumtoxin Typ A. Das Nervengift hemmt die Schmerzweiterleitung an den Nervenenden der Muskeln an Stirn, Kopf und Nacken. In anderen Fällen helfen neue Antikörpertherapien zur Migräneprophylaxe. Bestimmte Antikörper binden sich dabei an körpereigene Eiweiße, die am Signalweg einer Migräne beteiligt sind und bei Menschen mit Migräne vermehrt gebildet werden. Die Antikörper blockieren diese Eiweißstoffe oder machen sie unschädlich und sollen so weitere Attacken verhindern. „Bei vielen Patientinnen und Patienten kann die Therapie mit Botulinumtoxin die Anzahl der Schmerztage halbieren. Nur bei Patientinnen und Patienten, bei denen die Therapie versagt oder nicht ausreichend wirkt, ist die deutlich kostenintensivere Antikörpertherapie indiziert und wird auch von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen“, erklärt Prof. Dr. Hans-Christoph Diener, Pressesprecher der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN).
Quellen:
DMKG: Startseite
Migräne Liga e.V. Deutschland: Startseite