Wer unter schweren Durchfällen oder Magenkrämpfen leidet, wünscht sich nichts sehnlicher, als zu wissen, was dahintersteckt, um rasch eine passende Therapie zu erhalten. Doch genau hier steckt das Problem, vor allem dann, wenn sich die Erkrankung nicht eindeutig zuordnen lässt. So wie bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED), die nicht selten für einen Reizdarm gehalten und daher lange Zeit falsch behandelt werden. Umso wichtiger ist eine umfassende Diagnostik, die dank einer großen Bandbreite bildgebender Verfahren immer präziser wird.
Bildgebende Verfahren: Blick in die Tiefe
Beispielhaft hierfür ist die Computertomografie (CT). Mithilfe von Röntgenstrahlen ist sie in der Lage, den Bauchraum innerhalb weniger Sekunden scheibchenweise darzustellen. Nachteilig wirkt sich jedoch die nicht unerhebliche Strahlenbelastung aus. Grund, weshalb man sehr häufig versucht, auf die Magnetresonanztomografie (MRT) auszuweichen. Statt mit Röntgenstrahlen zu arbeiten, entstehen Bilder, indem der unterschiedliche Wassergehalt der Gewebe berechnet und in Bilddaten umgesetzt wird. Nachteile: MRT ist kostspielig und aufgrund der Untersuchungsdauer von 15 bis 30 Minuten sowie den lauten Klopfgeräuschen, die durch das Magnetfeld entstehen, für Patienten eher unangenehm.
Forschung: intelligente Endoskopie
Neben der Röntgentechnik gibt es einen weiteren Klassiker namens Ultraschall, mit dem Organe wie der Magen und der Darm bestens inspiziert und Auffälligkeiten entdeckt werden können. Diese kostengünstige, schnell verfügbare Allround-Methode ist zudem strahlen- sowie schmerzfrei und kann daher selbst bei Schwangeren und Kindern bedenkenlos durchgeführt werden. Gilt es Veränderungen an der Darmschleimhaut zu diagnostizieren, kommt die sogenannte Endoskopie zum Einsatz. Auch in Verbindung mit Künstlicher Intelligenz (KI) ergeben sich mithilfe dieser Untersuchungsmethode ganz neue Perspektiven, wie eine prospektive Studie japanischer Gastroenterologen zur softwaregestützten Endoskopie im vergangenen Jahr zeigte. Mit dem KI-gestützten System, das auf Basis einer Datenbank mit mehr als 30.000 endozytoskopischen Bildern als Referenzdaten trainiert wurde, ließen sich Vorhersagen zur Bösartigkeit von Koloskopiebefunden machen. Innerhalb einer Sekunde konnten jeweils rund 300 Eigenschaften des jeweiligen Polypen analysiert werden. Ein erheblicher Fortschritt, um zukünftig – eine weitere Studie dazu ist in Planung – noch schneller Erkrankungen im Magen-Darm-Trakt auf die Schliche zu kommen.