Wer die Diagnose Diabetes erhält, steht in der Regel vor der Aufgabe, den Lebensstil kritisch zu betrachten. Neben mehr Bewegung im Alltag richtet sich das Augenmerk vor allem auf die Ernährung. Denn häufig essen wir zu viel, zu fett und zu süß, was sich nicht selten am Körpergewicht bemerkbar macht – Übergewicht ist einer der größten Risikofaktoren für Diabetes. Eine Ernährungsumstellung fällt da oft nicht leicht – auch weil der Lohn nicht von heute auf morgen erkennbar ist.
Blutzuckerwerte senken durch Ernährung: Purzelnde Pfunde
Doch es gibt ermunternde Nachrichten aus der Forschung für Menschen mit Typ-2-Diabetes – der Diabetes-Form, bei der das Insulin von den Körperzellen sukzessive immer schlechter aufgenommen wird: Wie eine im April 2025 in der Fachzeitschrift „The Lancet Diabetes & Endocrinology“ veröffentlichte Analyse von 22 Studien mit mehreren Tausend Teilnehmenden zeigt, erhöht jedes verlorene Kilogramm Körpergewicht die Chance, dass sich die Blutzuckerwerte auch ohne Medikamente normalisieren. Das heißt: Wer zwischen 20 und 29 Prozent seines Körpergewichts verliert, erreicht in rund der Hälfte der Fälle eine Normalisierung der Blutzuckerwerte ohne Medikamente. Bei mehr als 30 Prozent Gewichtsabnahme konnten fast 80 Prozent der Teilnehmenden ganz auf die Einnahme von Diabetes-Medikamenten verzichten – unabhängig von Alter oder Diabetes-Dauer.
Wichtig ist es, bewusst auf nährstoffreiche Lebensmittel zu setzen.
Sinkendes Sterberisiko
Wie wichtig zudem eine pflanzenbetonte Ernährung ist, um die Blutzuckerwerte zu senken, untersuchten Forschende des Deutschen Diabetes-Zentrums (DDZ), der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung (DZD) unter rund 4.800 Typ-2-Diabetes-Erkrankten. Das Ergebnis dieser jüngst publizierten Studie: Personen, die sich stark pflanzlich, also mit viel Vollkorn, Gemüse, Hülsenfrüchten und Nüssen, ernähren, haben ein um 21 Prozent niedrigeres Sterberisiko als jene, die weniger pflanzliche Lebensmittel verzehren.
„Unsere Studie zeigt, dass Menschen mit Typ-2-Diabetes von einer pflanzenbetonten Ernährung profitieren können – vorausgesetzt, die Ernährung ist qualitativ hochwertig“, betont Prof. Dr. Michael Roden, Direktor der Klinik für Endokrinologie und Diabetologie am Universitätsklinikum Düsseldorf. Wichtig sei also, bewusst auf nährstoffreiche Lebensmittel zu setzen. Was diese Untersuchung wert ist, bringt die Erstautorin der Studie, Edyta Schaefer, auf den Punkt: „Bisher gibt es für Menschen mit Diabetes vor allem allgemeine Ernährungsempfehlungen – personalisierte wären daher ein neuer und vielversprechender Ansatz.“
Geeignete Lebensmittel
Wer den Blutzuckerspiegel positiv beeinflussen möchte, um damit langfristig einige Medikamente einzusparen, kann auch vermehrt auf Knoblauch setzen. Forschende der Southeast University in China betonten im vergangenen Jahr nicht nur seine antibakterielle Wirkung. Knoblauch kann auch den Blutzuckerspiegel positiv beeinflussen. Ebenso befinden sich unter den Top-10-Lebensmitteln für Menschen mit Diabetes zum Beispiel grünes Blattgemüse, Zimt, Olivenöl und Obstsorten wie Äpfel, Beeren und Orangen.