Wie heimtückisch Tumorerkrankungen sein können, zeigen die Krankengeschichten vieler Betroffener. Denn ohne Schmerzen und Krankheitsanzeichen zu verursachen, wächst der Tumor in der Regel unauffällig heran und macht sich oft dann erst bemerkbar, wenn die Erkrankung kaum noch heilbar ist.
Hoffnungsvoller Trend
Laut einer im März im Fachblatt „Annals of Oncology” veröffentlichten Studie gehen Forschende von mehr als 240.000 Menschen aus, die im laufenden Jahr in Deutschland an den Folgen einer Krebserkrankung versterben werden – darunter vermutlich etwa 131.000 Männer und knapp 110.000 Frauen.
Doch es gibt auch gute Nachrichten: Denn insgesamt prognostiziert das Forschendenteam unter Leitung von Carlo La Vecchia von der Universität Mailand europaweit besonders deutliche Rückgänge bei den Todesfällen durch Leukämie und Magenkrebs. Verbesserte Methoden der Lebensmittelkonservierung und eine gesündere Ernährung führen gerade bei Magenkrebs zu dieser besseren Prognose. Bei Männern würden europaweit die Sterberaten sogar bei allen Krebsarten zurückgehen. Halte der Trend an, könne bis zum Jahr 2035 ein Rückgang der Krebstodeszahlen in Europa um 35 Prozent erreicht werden, so der Forschungsgruppenleiter. Dies sei jedoch nur zu schaffen, wenn noch mehr Menschen vom Rauchen abgehalten würden und die steigenden Fälle von Übergewicht, Diabetes, Alkoholkonsum und Infektionen zurückgingen.
Bösartige Tumorerkrankungen: Bestrahlungen immer effektiver
Doch nicht nur in Sachen Lebensweise kann man einiges tun, um der Erkrankung erst gar keinen Nährboden zu bieten, auch therapeutisch ist die Medizin heute im Vergleich zu vor zehn Jahren erheblich weiter. Neben der Forschung kann auch die Medizintechnik immer wieder neue Fortschritte verzeichnen und so letztlich zur Heilung beitragen. Beispiel Strahlentherapie: War es über Jahrzehnte gang und gäbe, die zu bestrahlenden Areale mittels Markierungen aufzuzeichnen, ist dies nun dank der oberflächengesteuerten Bestrahlungslagerung anders. Dadurch, dass mittels Lichtstrahlen ein Muster auf den Körper projiziert wird, lässt sich in realer Zeit erkennen, ob und wie sich die Patientin, der Patient bewegt, und kann die Person in die Ausgangsposition zurückgelegt werden.
Vorteil: Angesichts der exakten Positionierung und bildgestützten Lagerungskontrollen besteht so nicht nur Gewissheit darüber, am richtigen Ort zu bestrahlen, auch können die Sicherheitsabstände der zu bestrahlenden Volumen reduziert werden. Dies ermöglicht, höhere Dosen pro Bestrahlung zu applizieren, was auch hilft, den Tumor effektiver zu bekämpfen.
Quellen:
www.krebsinformationsdienst.de
www.krebsgesellschaft.de/basis-informationen-krebs.html