Etwa eine von zehn Frauen erkrankt im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs. Damit ist diese Krebsform die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Das Risiko steigt mit zunehmendem Alter, insbesondere zwischen 50 und 70 Jahren. Bei Männern ist Brustkrebs zwar selten, aber auch bei ihnen nimmt die Anzahl in den letzten Jahren zu. Die meisten Brustkrebserkrankungen sind heilbar. Die Überlebensrate liegt derzeit bei rund 88 Prozent.
Je kleiner, desto besser
Für die gute Prognose ist es sehr wichtig, dass man den Krebs frühzeitig erkennt und behandelt. Wissenschaftler aus Schweden konnten jetzt in einer aktuellen Studie zeigen, dass die Tumorgröße bei der Erstdiagnose den größten Einfluss auf die Heilungschancen hat. Erkennen Ärzte die Krebserkrankung bereits, wenn Geschwulste höchstens zehn Millimeter groß sind, sinkt demnach das Risiko für Tochtergeschwulste immens. Auch die Wahrscheinlichkeit, dass der Brustkrebs nach der Therapie wiederkommt, nimmt deutlich ab. Umso wichtiger sind Untersuchungen zur Früherkennung. Dazu tastet der Gynäkologe das Gewebe regelmäßig ab, eventuell wird es auch mit einem Ultraschallgerät untersucht. Die derzeit am häufigsten angewandte Technik ist jedoch die Mammografie. Dabei erstellt man Röntgenaufnahmen der Brust, um mögliche Knoten oder Veränderungen im Gewebe sichtbar zu machen. Gerade jüngere Frauen haben allerdings oft ein deutlich dichteres Brustdrüsengewebe als ältere Frauen. Dies erschwert die Auswertung von Mammografien. Die Magnetresonanztomografie gilt als das treffsicherste bildgebende Verfahren, das auch ohne Strahlenbelastung auskommt. Um die Diagnosemöglichkeiten zu erweitern und zu vereinfachen, forschen Wissenschaftler seit einigen Jahren auch an Bluttests, die auf Brustkrebszellen hinweisen sollen.
Brustkrebstherapien mit verminderter Strahlenbelastung
Wird bei einer Untersuchung Brustkrebs diagnostiziert, stehen verschiedene Therapiemöglichkeiten zur Verfügung. Neben der Operation und der Behandlung mit Medikamenten ist die Strahlentherapie die häufigste Therapieform. Dabei tötet man krankes Gewebe mit hoch dosierter Strahlung ab. Heute gibt es dafür sogar Geräte, welche die Strahlung an die Atmung der Patientinnen und Patienten anpassen. Beim tiefen Einatmen ist somit das Herz weit vom Bestrahlungsgebiet entfernt, sodass die Strahlenbelastung reduziert wird.
Quellen:
Deutsche Krebsgesellschaft: Brustkrebs
Ärzteblatt: Brustdiagnostik: Im MRT höhere Trefferquote für Frühformen des Mammakarzinoms
Deutsche Krebshilfe: Brustkrebs