Wer kennt sie nicht aus Kindheitstagen, die klassischen Schürfwunden. Wenn nach einem Fahrradsturz auf Schotter die obere Hautschicht am Knie abgeschabt war und sich Blut und Dreck in der Wunde vermischten. Die gute Nachricht: Fast immer sind die Blessuren dank Desinfektionsmittel, Salbe und Pflaster aus der Hausapotheke – auch ohne ärztliche Hilfe – schnell wieder verheilt. Anders bei chronischen Wunden: Sie entstehen, wenn eine akute Wunde nicht richtig versorgt wird oder während der Wundheilung Komplikationen auftreten. Zumeist zieht sich die Heilung über Wochen und Monate hin, so wie etwa bei einem offenen Bein, Wundliegegeschwür oder Diabetischen Fuß. Neben Typ-2-Diabetes können auch Durchblutungsstörungen sowie rheumatische und Herz-Kreislauf-Erkrankungen ursächlich sein.
Erhebliche Komplikationen möglich
Charakteristisch sind vor allem gelbliche, schmierige Beläge, eine schmerzende Wundumgebung sowie ein unangenehmer Geruch. Dieser ist zumeist auf Bakterien, die sich in der offenen Wunde angesiedelt haben, sowie auf abgestorbenes Gewebe zurückzuführen, was die Betroffenen häufig sehr belastet. Doch was kann man dann tun? Unerlässlich ist es, die Versorgung komplizierter Wunden in erfahrene ärztliche Hände wie etwa in eines der deutschlandweit ansässigen Wundzentren zu geben. Sie sind darauf spezialisiert, Infektionen zu beheben und gleichzeitig abgestorbenes Gewebe zu entfernen. Nur so kann die Wunde abheilen und der unangenehme Geruch verschwinden. Erfolgt die Behandlung unsachgemäß, droht eine Sepsis, wobei die Bakterien über den Blutkreislauf alle Organe angreifen und sogar zum Tod führen können. Die einzige Chance auf Heilung liegt dann in Antibiotika.
Bei chronischen Wunden interdisziplinäre Behandlung
Wie wichtig die gezielte Versorgung chronischer Wunden ist, haben inzwischen mehrere Krankenkassen erkannt und das Thema auf die Agenda gesetzt. So auch die DAK-Gesundheit, die ganz aktuell über eine digitale Wundplattform Ärzte, Pflegedienste, Wundfachberater und Verbandsstoffhersteller zusammenbringt. Ihr Anliegen: mittels tagesaktuellen Austauschs – etwa durch Hochladen von Bildern – Betroffenen eine individuelle und gezielte Therapie ohne Budgetgrenzen anbieten zu können. Ebenso im Fokus, die Kollaboration mit der Initiative Chronische Wunden e.V.: Neben der Entwicklung neuester Wundtherapien möchte die Kasse damit die Weiterbildung von Experten fördern. Denn klar ist eines: Je länger Patienten mit komplizierten Wunden zu kämpfen haben, desto größer die körperliche Belastung und das Stigma, genauso wie die Einschränkungen der Lebensqualität.