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Chronisches Handekzem

Wenn Haut und Seele schmerzen

Die Hände brennen, die Haut ist wund. Sogar der Kontakt mit Wasser ist schmerzhaft. Eine Umarmung oder ein Händedruck kann Überwindung kosten. Ein Handekzem ist weit mehr als nur Juckreiz – besonders, wenn es chronisch wird: Die Haut heilt monatelang nicht ab, ständig reißen neue Wunden auf. Die Seele leidet mit: Soziale Isolation, Scham und ein geringes Selbstwertgefühl begleiten den Alltag.

Von Sandra Wilcken
· 2026

Kontakt

„Wenn ich einen Schub habe, möchte ich nicht, dass jemand meinen Händen zu nahe kommt“, berichtet Emma, die mit einem Chronischen Handekzem (CHE) lebt. Handekzeme zählen zu den häufigsten entzündlichen Hauterkrankungen. Jedes Jahr sind neun Prozent der Erwachsenen betroffen. Am Arbeitsplatz sind Handekzeme die häufigste berufsbedingte Hauterkrankung – vor allem bei Tätigkeiten mit viel Feuchtarbeit oder Kontakt mit Reizstoffen und Allergenen, etwa im Gesundheitswesen, im Friseurhandwerk, in der Reinigungsbranche oder im Metall- und Baugewerbe. Auch hautreizende Tätigkeiten in Alltag und Freizeit können ein Handekzem auslösen.

Senioren wäscht Ihre Hände unter fließendem Wasser
Bild: AdobeStock/eyepark

„Als würden Insekten über die Hände laufen“

Bei einem Handekzem ist die Schutzfunktion der Hautbarriere gestört, beispielsweise durch häufigen Kontakt mit Wasser, Reinigungs- oder Desinfektionsmitteln. Auch Stress, Allergien oder Neurodermitis können eine Rolle spielen. Die Haut an Händen und Handgelenken wird trocken, schuppig und rissig. Es können Rötungen, Juckreiz, Entzündungen, Bläschen, Brennen und Schmerzen auftreten. „Es fühlt sich an, als würden kleine Insekten über meine Hände laufen“, beschreibt Emma. „Manchmal macht es mich einfach nur verrückt.“ Sie ist vom Chronischen Handekzem (CHE) betroffen, was bedeutet, dass die Beschwerden länger als drei Monate anhalten oder mindestens zweimal im Jahr auftreten.

Ein Termin beim Hautarzt gibt Sicherheit

„Viele kommen erst, wenn das Handekzem weit fortgeschritten oder chronisch ist – dabei ist der Besuch in einer hautärztlichen Sprechstunde entscheidend für eine verlässliche Diagnose und wirksame Behandlung“, betont Marco Ernst, Dermatologe am Johannes Wesling Klinikum Minden. Je nach Ursache und Erscheinungsbild unterscheidet man verschiedene Typen von Handekzemen.

Arzt beim Händewaschen mit Seife am Waschbecken
Bild: iStock/Morsa Images

Neues digitales Informations- und Serviceangebot

Auf das Chronische Handekzem spezialisierte Selbsthilfegruppen gibt es in Deutschland bisher nicht. „Die Erkrankung braucht mehr Aufmerksamkeit und Aufklärung“, betont Ernst. Das Online-Portal www.chronischeshandekzem.de bietet wissenschaftlich fundierte Informationen, Alltagstipps, Zugang zu einer dermatologischen Beratung sowie Orientierungshilfen für den Dialog mit dem behandelnden Arzt. Denn ein frühzeitiger Arztbesuch und eine fachgerechte Beratung sind wesentliche Schritte, um eine Hauterkrankung wie das Chronische Handekzem bestmöglich zu managen.

Gut behandelbar mit moderner Therapie

Basis jeder Behandlung sind sind regelmäßige Hautpflege, geeignete Hautschutzmaßnahmen sowie das Vermeiden oder Reduzieren von Auslösern. In der weiteren Therapie sind kortisonhaltige Cremes und Salben oft die erste Wahl. Sie wirken in der Regel schnell und dämpfen die Entzündung, können aber auf lange Sicht zu dünner Haut führen und ihre Barrierefunktion beeinträchtigen. Wenn Kortison bei mittelschwerem bis schwerem Chronischem Handekzem nicht zum Behandlungserfolg führt oder zum Beispiel wegen Nebenwirkungen nicht infrage kommt, stehen innovative kortisonfreie Therapien zur Verfügung.

Sichtbare Wunden, unsichtbare Belastung

Das Chronische Handekzem belastet nicht nur körperlich: Der Juckreiz raubt den Schlaf, die zermürbenden Schmerzen beeinträchtigen Alltag und Beruf. Neun von zehn Personen mit Chronischem Handekzem berichten, dass sie sich wegen ihrer sichtbar geschädigten Hände schämen oder unsicher fühlen. CHE-Betroffene leiden häufig still. „Ich würde mir wünschen, dass medizinisches Fachpersonal mehr darauf achtet, wie sich Chronisches Handekzem psychisch auswirkt“, sagt Emma. „Meine Freunde hören mir zu, das hilft mir sehr.“

Weitere Informationen

Neue Info- und Serviceseite mit Online-Check: www.chronischeshandekzem.de

Disclaimer

Die in dieser Veröffentlichung enthaltenen Informationen dienen ausschließlich allgemeinen Informationszwecken und stellen keine medizinische Beratung oder Aufforderung zur Verwendung von Medizinprodukten dar. Vor der Anwendung eines Medizinprodukts sollten Sie immer einen Arzt oder qualifizierten Gesundheitsdienstleister konsultieren. Die Autoren und Herausgeber übernehmen keine Haftung für etwaige Schäden, die direkt oder indirekt aus der Nutzung dieser Informationen oder des beschriebenen Produkts entstehen können. Bitte lesen Sie die Packungsbeilage und Gebrauchsanweisung sorgfältig durch und befolgen Sie die Anweisungen des Herstellers.