November. Es ist kühl, regnerisch, der Himmel grau in grau: Was die einen im lebhaften Alltag problemlos wegstecken, lässt die anderen in sich zurückziehen. Sie sind antriebslos, müde und fühlen sich schlapp – Symptome, die für eine Depression sprechen können. Bei Männern kann es zudem zu Anzeichen wie Aggressivität und Suchtproblemen wie Alkohol-, Drogen- oder Spielsucht kommen.
Depressionen bei Männern: Risikofaktoren Stress und Diskriminierung
Was auffällt: Vor allem die Diagnosen von wiederkehrenden Depressionen sind laut Versichertendaten der KKH Kaufmännische Krankenkasse stark gestiegen – von 2011 bis 2021 um bundesweit 71 Prozent. Bei kürzeren einmaligen depressiven Phasen liegt das Plus bei 20 Prozent. Hierzulande leiden 18,4 Prozent der Frauen und 9,4 Prozent der Männer an einer oder beiden Formen. Risikofaktoren, die Männer in eine Depression treiben können, sind Arbeitslosigkeit, Stress sowie Trennung und Scheidung. Doch auch Diskriminierung erhöht das Risiko – gerade Männer, die nicht heterosexuell sind oder sich nicht mit ihrem biologischen Geschlecht identifizieren können, sind gefährdet. Fachleute vermuten, dass der sogenannte Minoritätenstress, also in der Minderheit zu sein, hier hineinspielt. Dazu zählt etwa das Geheimhalten der sexuellen Orientierung. Zudem kann die persönliche Einstellung zur eigenen sexuellen Orientierung einen Stressfaktor darstellen.
Aerobic als Stimmungsaufheller?
Doch was tun, um der Depression zu entkommen? Neben der ambulanten medikamentösen und/oder psychotherapeutischen Therapie in der Haus- oder Facharztpraxis für Psychiatrie kann ebenso eine stationäre Behandlung in einer Klinik infrage kommen. Auch regelmäßige Bewegung sollte als ernsthafte Therapieoption in Betracht gezogen werden. Dazu kommt eine im Februar im „British Journal of Sports Medicine“ veröffentlichte Metastudie. Diese größte über die Wirkung von Bewegung auf Depressionen durchgeführte Untersuchung analysierte die Daten von 41 Studien, in denen 2.264 Menschen mit Depressionen beobachtet wurden. Den Forschenden zufolge seien die Auswirkungen von Sport auf diese Erkrankung so gravierend, dass er als „evidenzbasierte Behandlungsoption“ angeboten werden sollte. Aerobic und Widerstandstraining verringerten die Depressionssymptome insbesondere genauso wie angeleitete Übungen mit „moderater Intensität“.
Quellen:
www.deutsche-depressionshilfe.de
Depression: Darum wird sie bei Männern oft nicht erkannt | Quarks