Allein in Deutschland sind derzeit rund elf Millionen Menschen mit Diabetes in Behandlung – 90 Prozent davon mit einem Diabetes Typ 2. Die Zahl der an Diabetes Erkrankten wird in Zukunft nicht nur in Deutschland, sondern laut International Diabetes Federation (IDF) weltweit ansteigen: Gab es im Jahr 2019 rund 469 Millionen an Diabetes erkrankte Erwachsene, wird sich die Zahl bis 2045 weltweit fast verdoppeln.
Hohe Dunkelziffer bei Diabetes mellitus typ 2
Im Gegensatz zum selteneren Typ 1, bei dem es sich um eine Autoimmunkrankheit handelt, die meist schon in jungen Jahren ausbricht, entwickeln beim Typ 2 die Körperzellen über einen längeren Zeitraum eine Insulinresistenz. Diabetes verursacht keinerlei Schmerzen und nur sehr unspezifische Beschwerden. Daher dauert es laut Deutschem Zentrum für Diabetesforschung bis zu zehn Jahre, bis die Stoffwechselerkrankung – meist zufällig – entdeckt und folglich behandelt wird. Es wird davon ausgegangen, dass zwei Millionen Menschen in Deutschland nicht wissen, dass sie betroffen sind. Vorsorgeuntersuchungen sollten daher unbedingt wahrgenommen werden – insbesondere wenn von einem erhöhten Risiko auszugehen ist. So spielen unter anderem das Alter, psychischer Stress, die Einnahme bestimmter Medikamente und vor allem Übergewicht, kombiniert mit Bewegungsmangel, eine Rolle. Circa 80 Prozent der Menschen mit Diabetes sind übergewichtig. Mithilfe von einfachen Tests kann die Erkrankung oder eine Vorstufe davon festgestellt werden.
Gravierende Folgen
Eine zu späte Diagnose und Behandlung trägt erheblich zum Auftreten von Folgekomplikationen bei. Denn sind die Blutzuckerwerte über einen langen Zeitraum nicht gut eingestellt, kann die hohe Blutzuckerkonzentration schwerwiegende Schäden an Blutgefäßen und Nerven verursachen, die langfristig teilweise gravierende gesundheitliche Auswirkungen haben können. Nach wie vor sterben etwa 75 Prozent der Menschen mit Diabetes verfrüht an kardiovaskulären Komplikationen, jährlich werden etwa 40.000 diabetesbedingte Amputationen durchgeführt, jedes Jahr erblinden 2.000 Betroffene, und bei 30 bis 40 Prozent kommt es zu Nierenschäden – dabei ist Diabetes gut behandelbar.