Muhammad Ali litt unter Parkinson, Schockrocker Ozzy Osbourne leidet seit Jahren daran, im letzten Jahr machte Showmaster Frank Elstner die Diagnose publik: Die umgangssprachlich als „Schüttelkrankheit“ bezeichnete neurodegenerative Erkrankung kann jeden treffen. Das Tückische: Parkinson wird meist erst im fortgeschrittenen Stadium erkannt. Dann, wenn deutliche Symptome wie Zittern oder Gangstörungen auftreten und bereits etwa 80 Prozent der Nervenzellen abgestorben sind, die sich in einer Hirnregion befinden, von der aus viele Bewegungsabläufe gesteuert werden. Dem Ausbruch der Krankheit gehen also vermutlich jahrzehntelange Veränderungen im Körper voraus.
Verklumpungen verhindern
Die Forschung arbeitet seit Langem daran, den Mechanismus der Krankheit zu verstehen und Einflussfaktoren ihrer Entstehung zu identifizieren. Hierbei eine prominente Rolle spielen klumpige Ablagerungen fehlgefalteter Proteine, hauptsächlich das Eiweißmolekül Alpha-Synuclein, in den betroffenen Nervenzellen. Diesen Prozess unterbinden, könnten laut neuester Forschung maßgeschneiderte Antikörper, die per Infusion verabreicht werden. Sie sollen das körpereigene Abwehrsystem gegen das schädliche Eiweiß aktivieren.
Immunsystem aktivieren
„Die Antikörper sollen die Ausbreitung von Alpha-Synuclein im Nervensystem verhindern und Ablagerungen reduzieren, die sich durch eine Fehlfaltung dieses Eiweißstoffs im Gehirn der Patienten ansammeln“, erklärt Prof. Karla Eggert, 2. Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Parkinson und Bewegungsstörungen. Wenn es gelingen würde, diesen Prozess zu verhindern, gäbe es damit eine Art Parkinson-Impfstoff. Studien haben bereits die Sicherheit und Verträglichkeit untersucht und eine dosisabhängige Reduktion von umgebundenem Alpha-Synuclein nachgewiesen. Im Rahmen von zwei großen Untersuchungen sollen nun mehr als 600 Patienten Antikörper gegen Alpha-Synuclein erhalten. „Wir hoffen, dass der Verlauf der Krankheit durch diese Intervention verändert und verlangsamt wird.“ Das wäre ein echter Durchbruch in der Therapie, denn bislang können Parkinson Medikamente lediglich die Symptome lindern, nicht aber den Krankheitsfortschritt verzögern oder gar stoppen.
Quellen:
www.parkinson-gesellschaft.de
www.kompetenznetz-parkinson.de
www.parkinson-youngster.de
www.parkinson-vereinigung.de