Fast alle, die ein Smartphone besitzen, nutzen sie täglich: die mal mehr, mal weniger nützlichen Apps, die beispielsweise den Austausch von Nachrichten oder einen schnellen Blick auf die Wettervorhersage ermöglichen. Noch relativ neu aber sind Apps, die von ärztlichen oder psychotherapeutischen Fachpersonen verschrieben werden können. Sie sollen dabei helfen, chronische Krankheiten wie Diabetes, Erkrankungen des Bewegungsapparates oder Krebs zu behandeln, die Verläufe zu beobachten und Betroffene mit ganz unterschiedlichen Diagnosen im Alltag und bei der individuellen Umsetzung von Behandlungsprozessen zu unterstützen.
Kosten und Zugang der DiGAs
Das Angebot ist breit gefächert, wenn auch für die verschiedenen Krankheitsbilder noch unterschiedlich umfangreich. Während vor allem für psychische Erkrankungen schon viele Apps zugelassen sind, sind digitale Anwendungen für Krebserkrankungen erst im Kommen. Eines jedoch haben alle DiGAs gemeinsam: Sie sind als Medizinprodukt zertifiziert – erkennbar am CE-Zeichen – und im Verzeichnis des Bundesinstituts für Arzneimittel- und Medizinprodukte (BfArM), dem sogenannten DiGA-Verzeichnis, gelistet. Sowohl die DiGAs selbst als auch im Rahmen ihrer Anwendung erforderliche ärztliche Leistungen werden von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt. Wichtigste Voraussetzung ist eine entsprechende Diagnose. Erkrankte können sich dafür entweder ein Rezept ausstellen lassen oder sich bei bereits bestehender Diagnose auch ohne Rezept an ihre Krankenkasse wenden. Dort erhalten sie dann einen Freischaltcode für die Nutzung der jeweiligen DiGA.
Unterstützung beim Selbstmanagement
Wer an chronischen Schmerzen leidet, findet in der App beispielsweise Rückenübungen, an Krebs Erkrankte können zum Beispiel digitale Chemo-Protokolle oder ein Symptom-Tagebuch führen, und für Menschen mit Angstattacken gibt es Entspannungsmethoden. Die Hilfestellungen, welche die Anwendungen leisten, sind also ganz auf die jeweiligen Bedürfnisse zugeschnitten. So wird die Behandlung individueller, präziser – und letztendlich auch einfacher, da die Daten durch die elektronische Weiterleitung in der behandelnden Praxis sofort zur Verfügung stehen.