Egal, ob E-Rezept, Video-Sprechstunde oder elektronische Patientenakte: Die Digitalisierung des Gesundheitswesens gewinnt endlich an Tempo. Eine weit überwiegende Mehrheit der Menschen begrüßt diese Entwicklung. Stolze 89 Prozent halten die Digitalisierung im Gesundheitswesen grundsätzlich für richtig, und 71 Prozent wünschen sich dabei sogar mehr Bewegung. Dies sind Ergebnisse einer repräsentativen Befragung im Auftrag des Digitalverbands Bitkom aus dem vergangenen Jahr.1 Demzufolge erleben 83 Prozent überdies, dass ihre Ärztinnen und Ärzte dem Thema Digitalisierung insgesamt aufgeschlossen gegenüberstehen. Gleichwohl gilt aber auch: Fast jeder Zweite (48 Prozent) fühlt sich von der Digitalisierung im Gesundheitswesen überfordert.
Digitale Technologien machen die Versorgung effizienter.
Chancen nutzen
Nichtsdestotrotz eröffnet die Digitalisierung dem Gesundheitswesen in vielen Bereichen enorme Chancen, etwa durch die intelligente Nutzung von Gesundheitsdaten. Künstliche Intelligenz und Big Data ermöglichen eine deutlich präzisere Diagnostik, indem sie Krankheitsmuster schneller erkennen und analysieren. Auch in der personalisierten Medizin schaffen Datenanalysen die Grundlage für individuell zugeschnittene Therapien, die besser auf die Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten abgestimmt sind. Zudem fördern vernetzte Systeme den reibungslosen Informationsaustausch zwischen Ärztinnen und Ärzten, Fachabteilungen und Einrichtungen. Dies ist ein echter Gewinn für die Versorgungsqualität. Dennoch bleiben viele dieser Potenziale in Deutschland bislang ungenutzt, weil der Zugang zu Patientendaten oft eingeschränkt ist. Dabei sind diese Daten nicht nur medizinisch wertvoll, sondern auch entscheidend für Innovation, Produktentwicklung und die internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Gesundheitswirtschaft.
Tempo erhöhen
Auch in anderen Bereichen des Gesundheitswesens wird mehr Tempo gefordert, etwa beim Durchlauf klinischer Studien. Fest steht: Die Digitalisierung verändert diesen Bereich grundlegend. Dezentrale Studienmodelle gewinnen dadurch an Relevanz. Sie ermöglichen eine schnellere Rekrutierung, effizientere Datenerhebung und eine stärkere Ausrichtung auf die Bedürfnisse der Patienten. Unterstützt durch Telemedizin, mobile Technologien und spezialisierte Logistiklösungen, bieten dezentrale klinische Studien einen zukunftsweisenden Ansatz, um diese flexibler und patientennäher zu gestalten.