Bewusst tief ein- und auszuatmen, hilft vielen Menschen vor dem Einschlafen, um zur inneren Ruhe zu kommen. Beängstigend nur, wenn sich gerade dann ein schneller, unregelmäßiger Herzschlag bemerkbar macht. Zwar verschwindet dieses anfallsartige chaotische Herzrasen nach einigen Stunden oder Tagen zumeist wieder, dennoch raten Ärzt:innen, diesen Beschwerden nachzugehen. Denn bleibt Vorhofflimmern, so der Fachbegriff, unbehandelt, kann sich daraus ein dauerhafter Krankheitsverlauf entwickeln.
Erhöhte Schlaganfallgefahr
Was genau passiert bei dieser Herzrhythmusstörung? Fakt ist: Beim Vorhofflimmern kommen das Herz und seine lebenswichtige Pumpfunktion aus dem Takt. Elektrische Störfelder, die für den normalen Herzschlag verantwortlich sind, verhindern den regelmäßigen Sinusrhythmus, sodass es die Vorhöfe nicht mehr schaffen, kontrolliert zu schlagen und zu flimmern beginnen. Folge: Das Risiko für einen Schlaganfall erhöht sich drastisch. Warum? Flimmern die Vorhöfe, wird die Pumpfunktion des Herzens gestört, sodass das Blut nicht mehr vollständig aus den Vorhöfen in die Herzkammern fließen kann. Es kommt zu einem Stau, das Blut verklumpt und es können sich Blutgerinnsel bilden. Löst sich ein solches Gerinnsel, kann es mit dem Blutstrom ins Gehirn gelangen und Blutgefäße verschließen: Schlaganfall.
Pflaster mit integrierter EKG-Aufzeichnungseinheit zeichnet Herzrhythmus auf
Wichtigstes Ziel ist es, die Gefahr durch gerinnungshemmende Medikamente zu reduzieren. Problem nur: Die meisten Patient:innen leiden nur zeitweise unter dieser Herzrhythmusstörung, was es erschwert, das Flimmern per 24-Stunden-EKG nachzuweisen. Grund, weshalb deutsche und kanadische Wissenschaftler:innen an einem besonderen Rhythmuspflaster geforscht haben, das über eine integrierte EKG-Aufzeichnungseinheit verfügt, die wiederum den Herzschlag für zwei Wochen dokumentiert. In der zu Beginn des Jahres veröffentlichten SCREEN-AF-Studie, an der 856 über 75-jährige Personen im Zeitraum von 2015 bis 2019 teilnahmen, erhielt die Hälfte der Proband:innen das Rhythmuspflaster, das zweimal für jeweils zwei Wochen auf die Brust aufgeklebt wurde. Die andere Hälfte wurde standardmäßig versorgt. Ergebnis: Durch das Rhythmuspflaster, das von den Teilnehmenden gut vertragen wurde, konnte Vorhofflimmern zehn Mal häufiger erkannt werden.
Quellen:
Deutsche Herzstiftung
Ärzteblatt
Gesundheitsinformation