Ein Teller mit Salat und buntem Gemüse
Bestimmte Lebensmittel wirken sich positiv auf den Verlauf einer Schuppenflechte aus. iStock / nensuria

Ernährung bei Psoriasis

Wie eine entzündungshemmende Diät die Haut unterstützt

Schuppenflechte ist eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung. Ein Faktor für das Ausmaß dieser Autoimmunerkrankung könnte in der Ernährungsweise liegen. Um genauere Erkenntnisse darüber zu gewinnen, haben Forschende jüngst zahlreiche Daten ausgewertet – mit vielversprechenden Ergebnissen.

Für Menschen, die an Schuppenflechte leiden, ist der quälende Juckreiz häufig das belastendste Krankheitssymptom. Nicht nur tagsüber, auch nachts finden viele Betroffene kaum zur Ruhe und haben keinen sehnlicheren Wunsch, als diese schwerwiegende Hauterkrankung wieder loszuwerden – ganz abgesehen von den optischen Beeinträchtigungen, die sich in Form von rötlichen Plaques mit schuppigem Belag zeigen.

Erschienen in

Hautnah

am 27. Mai 2025 in „freundin“
Sie hüllt den Körper ein wie ein schützender Mantel und gibt gleichzeitig viel von der dazugehörigen Person preis: Die Haut verrät das Alter, den Lebensstil und die Stimmung – Gänsehaut und errötete Wangen lassen grüßen! Eigentlich kennen wir fast...

Schuppenflechte behandeln: Psoriasis gezielt mit Ernährung lindern

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Ernährung bei Psoriasis: Nur die guten Fette

Auch wenn bislang keine Heilung möglich ist, gibt es inzwischen eine Reihe von Behandlungsoptionen, welche die Beschwerden lindern können. Ob Salben, Lotionen, Tinkturen, Lichttherapie oder Biologika: Oftmals lässt sich der Zustand der Haut dank medizinischem Fortschritt so sehr verbessern, dass kein neuer Schub entsteht. Manche Betroffene bleiben sogar dauerhaft symptomfrei. Neben Medikamenten kann die Ernährungsweise entscheidenden positiven Einfluss auf das Wohlbefinden haben. Besonders im Fokus stehen antientzündliche Nahrungsmittel.

Beispielhaft hierfür sind Gemüse und zuckerarme Obstsorten, wie Äpfel, Aprikosen, Brom-, Him- oder Johannisbeeren. Ebenso sollten wertvolles Eiweiß, wie in Nüssen und Hülsenfrüchten zu finden, sowie hochwertige pflanzliche Öle auf dem Speiseplan nicht fehlen.2 Entzündungshemmende Öle sind kalt gepresstes Leinöl und Weizenkeimöl, das obendrein Vitamin E beinhaltet, welches das Heilungspotenzial für die Haut forciert. Apropos Fette: Reich an entzündungshemmenden Omega-3-Fettsäuren sind Seefisch, wie etwa Lachs, Hering oder Makrele.

 

 

Entzündungsfördernd sind Produkte mit hohem Zucker- und Weizenanteil.

Kritische Abbauprodukte

Doch Achtung: Wer zu den falschen Lebensmitteln greift, kann die Psoriasis-Beschwerden sogar verstärken. Negativbeispiele für ungünstige Fette sind in Schweine- und Kalbfleisch, in Eigelb und fettreichen Milchprodukten – alles Nahrungsmittel, die in hoher Konzentration Arachidonsäure enthalten. Bei deren Verstoffwechselung entstehen Abbauprodukte, die Entzündungen der Haut befeuern können. Ebenso entzündungsfördernd sind Produkte mit hohem Zucker- und Weizenanteil. Wie verschiedene Ernährungsmuster und der Schweregrad der Psoriasis in einer nicht mediterranen Bevölkerung zusammenhängen, haben Forschende im Rahmen der sogenannten APPLE-Studie1 („Asking People with Psoriasis about Lifestyle and Eating“) unter die Lupe genommen. In der im Februar 2025 im „British Journal of Nutrition“ veröffentlichten Untersuchung wurden 257 Erwachsene mit Psoriasis in einer Querschnittsstudie befragt. Hierfür füllten die Teilnehmenden einen Fragebogen aus, um ihre Ernährungsmuster zu bewerten. Analysiert wurden vor allem verschiedene Ernährungsscores.

 

„Unsere Ergebnisse legen nahe, dass eine pflanzenreiche Ernährung einen positiven Einfluss auf die Krankheitsaktivität haben kann.“

Dr. Sylvia Zanesco, Erstautorin APPLE-Studie

Zahl zum Staunen

Rund 2 Millionen Menschen in Deutschland leiden laut Deutscher Dermatologischer Gesellschaft3 an Psoriasis – Tendenz steigend.

Heilsbringer Gemüse?

Das Ergebnis der Studie: Die Teilnehmenden, die sich nährstoffreich und pflanzenbetont ernährten, litten weniger stark an Psoriasis. Bei denjenigen, die eine unausgewogene Ernährung bevorzugten, verschlechterte sich dagegen das Krankheitsbild. „Diese Forschung liefert dringend benötigte Evidenz, dass Ernährungsberatung als Ergänzung zur Standardtherapie bei Psoriasis sinnvoll sein könnte“, erklärt die Seniorautorin der Studie, Prof. Dr. Wendy Hall. Ähnlich die Einschätzung der Erstautorin der Studie, Dr. Sylvia Zanesco: „Unsere Ergebnisse legen nahe, dass eine pflanzenreiche Ernährung einen positiven Einfluss auf die Krankheitsaktivität haben kann.“ Ob gezielte diätetische Interventionen Psoriasis-Symptome langfristig lindern können, muss durch weitere klinische Studien untersucht werden.

Praktische Alltagstipps

Ernährung bei Psoriasis

  • Pflanzenbetont essen: Reichlich Obst, Gemüse, Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Nüsse und Saaten in den Speiseplan integrieren – das reduziert Entzündungen und unterstützt die Hautgesundheit.

  • Fettreiche, entzündungsfördernde Lebensmittel meiden: Insbesondere rotes Fleisch, verarbeitete Wurstwaren und fettreiche Milchprodukte – sie enthalten Arachidonsäure, die Entzündungen begünstigt.

  • Ultra-verarbeitete Lebensmittel konsequent einschränken: Ersetzen Sie z. B. Snacks durch frische Früchte; Fertiggerichte durch einfache, selbst zubereitete Mahlzeiten.

  • Gute Fette gezielt einsetzen: Omega‑3‑haltige Lebensmittel wie Lachs, Makrele oder Leinöl fördern antientzündliche Prozesse.

  • Gewicht stabilisieren (bei Übergewicht): Schon moderate Gewichtssenkung kann Symptome lindern – Übereinstimmung aus Ernährung und Bewegung verringert den entzündlichen Druck.

  • Ernährungstagebuch führen: Essgewohnheiten und Hautbild dokumentieren – so können individuelle Trigger erkannt und vermieden werden.

  • Professionelle Beratung nutzen: Ärztinnen, Dermatolog:innen und Ernährungsfachkräfte können gezielte, auf individuelle Bedürfnisse abgestimmte Empfehlungen geben.

Fazit

Eine pflanzenreiche, antientzündliche Ernährung kann erheblich zur Linderung von Psoriasis-Symptomen beitragen. Studien wie die APPLE-Studie belegen, dass eine hohe Adhärenz an gesunde Ernährungsmuster mit milderen Symptomen verknüpft ist. Im Gegensatz dazu steigern ultra-verarbeitete Lebensmittel sowohl das Risiko als auch die Symptomschwere.

Durch bewusste Ernährung – mit Fokus auf unverarbeitete, pflanzliche Lebensmittel und Meidung problematischer Fette sowie UPF (ultra-processed food) – lässt sich das Hautbild positiv beeinflussen. In Kombination mit medizinischer Therapie kann dieser Ansatz die Lebensqualität von Betroffenen deutlich verbessern – mit wenig Aufwand, aber viel Wirkung.