Der volkstümliche Begriff „Schuppenflechte“ legt zu Unrecht nahe, die Psoriasis sei eine reine Hautkrankheit. Bereits seit 2014 stuft die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Psoriasis offiziell als „schwere nichtinfektiöse Krankheit“ ein. Die Autoimmunkrankheit verursacht eine übermäßig häufige Hauterneuerung, wodurch die Haut stark schuppt und juckt. Laut Zahlen der Charité – Universitätsmedizin Berlin leiden zwei bis drei Prozent der Deutschen daran. Die Ursachen sind bis heute nicht klar: Erbliche Disposition sowie Zusammenhänge mit der Ernährung gelten jedoch als wahrscheinlich.
Mehr als nur Schuppen: Folgeerkrankungen wahrscheinlich
Tatsächlich treten bei Psoriatikern regelmäßig weitere schwere Krankheitsbilder auf: Häufig sind die entzündliche Gelenkerkrankung Psoriasis-Arthritis, von der bis zu 30 Prozent aller Psoriatiker betroffen sind, oder auch Depressionen, die etwa aufgrund gesellschaftlicher Stigmatisierung oder aus Angst vor weiteren körperlichen Symptomen entstehen. So sind denn auch Menschen mit Schuppenflechte in der Tat besonders häufig von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganfällen oder Diabetes mellitus betroffen. Aktuell zeigt eine im Fachmagazin „JAMA Dermatology“ erschienene Studie von Forschenden der University of Manchester auf, dass auch das Krebsrisiko erhöht ist. Bei Menschen mit schwerer Psoriasis sogar signifikant. Das sollten behandelnde Dermatologen berücksichtigen. Das Resümee der Forscher: „Zukünftige Forschungsarbeiten, die sich speziell mit spezifischen Lebensstilfaktoren, Behandlungen und den entzündlichen Prozessen befassen, die zur Psoriasis führen, könnten dazu beitragen, zusätzliche Informationen über die zugrunde liegenden Mechanismen für das scheinbar erhöhte Krebsrisiko zu liefern.“
Gute Therapien vorhanden
Da die Psoriasis zumeist in Schüben auftritt, werden Zusammenhänge zwischen der Grunderkrankung und neu auftretenden Krankheitsbildern selbst von Ärzten oft viel zu spät erkannt. Für die Früherkennung wie auch bei einer Therapie sollte stets berücksichtigt werden, dass die Krankheit auch besteht, wenn es akut keine Symptome gibt. Immerhin stehen heutzutage eine ganze Reihe spezialisierter Medikamente zur äußeren (lokalen) sowie inneren (systemischen) Anwendung zur Verfügung, die in der Regel gut lindern, manchmal sogar bis zur Beschwerdefreiheit. Ärzte setzen in bestimmten Fällen inzwischen gern auf sogenannte Biologika, gentechnisch hergestellte Medikamente, die gezielt an den auslösenden Rezeptoren ansetzen. Bewegung, gesunde Ernährung und idealerweise auch seelische Entspannung ergänzen eine medikamentöse Therapie.