Jedes Jahr sterben in Deutschland jährlich über 127.000 Menschen an den Folgen des Tabakkonsums. Frauen dabei häufiger: Laut Statistischem Bundesamt kam es zum Beispiel bei der Todesursache Lungen- und Bronchialkrebs zwischen 2000 und 2020 zu einem Anstieg um 73 Prozent. Zahlreiche Studien belegen, dass Frauen anfälliger sind für die gesundheitsschädlichen Auswirkungen, zu denen auch ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten, Osteoporose, COPD und Unfruchtbarkeit gehören. Laut Suchtfachleuten fällt gerade ihnen der Rauchstopp oftmals schwer, oder sie probieren es erst gar nicht, etwa aufgrund einer unerwünschten Gewichtszunahme.
Harm Reduction: Minimieren statt Abstinenz
Ein alternativer Ansatz zum Aufhören ist die sogenannte Harm Reduction. Die Strategie wird nicht nur bei illegalen Drogen (zum Beispiel Spritzentausch), sondern heute auch bei verschreibungspflichtigen Medikamenten, Alkohol, Arzneimitteln und Tabak angewendet. Im Fall des Rauchens zählen dazu E-Zigaretten, die aufgrund des reduzierten Schadstoffgehalts als weniger problematisch gelten. „Rauchern, denen der Rauchstopp mit anderen Hilfsmitteln nicht gelungen ist und die E-Zigaretten ausprobieren möchten, sollte erklärt werden, dass E-Zigaretten zwar im Vergleich zu Tabakzigaretten weniger schädlich sind, die langfristigen Gesundheitsauswirkungen aber nicht bekannt sind“, schreibt die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) in einem Positionspapier.