Früh erkannt, besser behandelbar
Hautkrebs zählt zu den häufigsten Krebserkrankungen in Deutschland. Die Zahl der Neuerkrankungen steigt seit Jahren kontinuierlich an. Für das Jahr 2024 wurden rund 336.000 Neuerkrankungen prognostiziert[1], darunter etwa 45.000 Fälle von schwarzem Hautkrebs, dem sogenannten malignen Melanom. Die gute Nachricht: Früh erkannt, ist Hautkrebs in den meisten Fällen gut behandelbar. Auch dank moderner Technologien wie Künstlicher Intelligenz (KI) verbessern sich die Chancen auf eine frühzeitige Diagnose und damit auf eine erfolgreiche Behandlung.
Hautkrebsvorsorge: Was gesetzlich Versicherte wissen sollten
Seit 2008 haben gesetzlich Versicherte in Deutschland ab dem 35. Lebensjahr alle zwei Jahre Anspruch auf ein kostenfreies Hautkrebsscreening.[2] Dabei untersucht eine Dermatologin oder ein Dermatologe die gesamte Hautoberfläche mit dem bloßen Auge oder einem Auflichtmikroskop. Die Untersuchung dauert nur wenige Minuten, kann aber im Ernstfall Leben retten, denn sie trägt entscheidend dazu bei, Hautkrebs in einem frühen Stadium zu diagnostizieren. Auch jüngere Menschen mit Risikofaktoren wie heller Haut, häufigem Sonnenbrand in der Kindheit oder familiärer Vorbelastung sollten regelmäßig einen Hautarzt aufsuchen.
KI-gestützte Ganzkörperscanner: Der iToBoS-Scanner
Ein innovativer Ansatz in der Hautkrebsfrüherkennung ist der Einsatz von KI-gestützten Ganzkörperscannern. Im Rahmen des EU-geförderten Projekts iToBoS haben Forschende des Fraunhofer-Instituts für Nachrichtentechnik – Heinrich-Hertz-Institut (HHI) gemeinsam mit 20 Partnern einen solchen Scanner entwickelt. Dieser untersucht in nur sechs Minuten den gesamten Körper und liefert für jede auffällige Hautveränderung eine Risikobewertung.
XAI: Die Rolle erklärbarer KI
Ein besonders spannender Aspekt des iToBoS-Systems ist der Einsatz sogenannter XAI-Technologien („Explainable Artificial Intelligence“). Diese ermöglichen es, die Bewertung der KI nachvollziehbar zu machen – ein zentraler Punkt für die Akzeptanz im medizinischen Alltag. Denn Ärztinnen und Ärzte müssen verstehen, auf welcher Grundlage die künstliche Intelligenz ihre Einschätzung trifft. Die Kombination aus automatisierter Analyse und menschlicher Expertise kann die Diagnosesicherheit deutlich erhöhen.
Vorteile der KI-gestützten Krebsfrüherkennung
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Schnelligkeit: Der gesamte Körper wird in nur sechs Minuten gescannt.
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Präzision: Die KI analysiert Hautveränderungen und liefert detaillierte Risikobewertungen.
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Nachvollziehbarkeit: Dank XAI können medizinische Fachkräfte die Entscheidungen der KI besser interpretieren.
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Effizienz: Die Technologie ermöglicht eine höhere Anzahl von Untersuchungen in kürzerer Zeit.