Monatelang haben wir darauf gewartet: endlich wieder in T-Shirt, kurzer Hose und Sneakern rausgehen – ohne Jacke, ohne Mütze, ohne Schal. Einfach frei und luftig. Am besten in der vollen Sonne, damit die käsig anmutende Haut schnell bräunt. Doch Vorsicht! Es ist ein Irrglaube, dass die Sonne im Frühling noch nicht genug „Kraft“ hat. Denn die Intensität der UV-Strahlen hängt nicht von der Temperatur, sondern vom UV-Index ab, der auch im Frühling bereits ziemlich hoch sein kann und das Risiko für Hautkrebs steigert. Spätestens jetzt im Mai ist es also sinnvoll, immer Sonnencreme parat zu haben.
Hautschutz ernst nehmen
Dass der Schutz vor Sonneneinstrahlung wichtig ist, ist hinlänglich bekannt. Bestätigt wird dies durch eine repräsentative forsa-Umfrage aus dem vergangenen Jahr im Auftrag des AOK-Bundesverbandes.1 Demnach sind sich 81 Prozent der über 1.500 Befragten darüber im Klaren. 69 Prozent der Bürgerinnen und Bürger würden ihre Maßnahmen zum Sonnenschutz angesichts der klimabedingt steigenden UV-Strahlung auch verstärken. Besorgniserregend jedoch: Fast die Hälfte der Bevölkerung (48 Prozent) vergisst häufig, Sonnenschutzmittel aufzutragen.
Viele Vorsorgemuffel
Auch in der Vorsorge gegen Hautkrebs gibt es deutlichen Nachholbedarf: Mehr als jede vierte Person ab 35 Jahren nimmt das Angebot des Hautkrebsscreenings bisher überhaupt nicht in Anspruch. „Mit Blick auf die dramatischen Veränderungen des Klimas und damit auch der UV-Strahlung lege ich jedem Menschen ans Herz, dieses kostenfreie Angebot der Krankenkassen wahrzunehmen. Denn in den meisten Fällen ist Hautkrebs heilbar, wenn er früh genug erkannt wird“, sagt Jens Martin Hoyer, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des AOK-Bundesverbandes. Teilweise explosionsartig sind die Hautkrebsfälle zuletzt angewachsen. Seit dem Jahr 2005 hat sich laut aktuellem Bericht der Barmer-Krankenkasse2 die Zahl der Menschen mit der Diagnose schwarzer Hautkrebs mehr als verdoppelt, bei weißem Hautkrebs verdreifachten sich die Fallzahlen sogar.