Omega-3-Fettsäuren oder Coenzym Q10 – Forscher haben sich diese für ihre herzgesunden Auswirkungen bekannten Nahrungsergänzungsmittel genauer angeschaut. Lohnt sich eine Einnahme?
Herzrhythmusstörungen: Omega-3-Fettsäuren
Omega-3-Fettsäuren haben einen vielseitigen Gesundheitsschutz und wirken sich unter anderem günstig auf die Blutfettwerte, die Fließeigenschaften des Blutes, den Blutdruck und den Herzrhythmus aus. Doch müssen dafür spezielle Präparate eingenommen werden? Dieser Frage gingen Forscher des Wissenschaftsnetzwerkes „Cochrane Collaboration“ nach. In ihrer Übersichtsstudie analysierten sie 79 Einzelstudien mit Daten von insgesamt 112.000 Menschen weltweit. Durch die Einnahme von Omega-3-Fettsäure-Tabletten konnten keine Auswirkungen auf das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle ausgemacht werden. Allein die dreifach gesättigte Fettsäure Alpha-Linolensäure könne vor Herzrhythmusstörungen schützen – wenn auch nur in geringem Maße. Bei den entsprechenden Studienteilnehmern sank das Risiko von 3,3 auf 2,6 Prozent.
Herzinsuffizienz: Coenzym Q10
Die Q-Symbio-Studie ist eine von Prof. Svend Aage Mortensen vom Universitätsklinikum Kopenhagen initiierte Untersuchung. Zu den Teilnehmern zählten 420 Patienten verschiedener Länder, die an einer schweren Form der Herzinsuffizienz litten. Zwei Jahre lang wurden ihnen nach dem Zufallsprinzip entweder täglich Weichgelatinekapseln mit dem Wirkstoff Coenzym Q10 (Q10 Bio-Qinon Gold) oder entsprechende Placebokapseln verabreicht. Ergebnis: Festgestellt wurde, dass das Sterberisiko durch die Einnahmen von Q10 um 43 Prozent zurückging. Darüber hinaus lag in der Q10-Gruppe die Zahl der Krankenhausaufenthalte bei acht Prozent, in der Placebogruppe dagegen bei 14 Prozent.
Schlaganfall: Folsäure
Wissenschaftler der University of Toronto haben sich diverse Nahrungsergänzungsmittel, die Herzerkrankungen und Schlaganfall vorbeugen sollen, genauer angeschaut. Dazu werteten sie insgesamt 179 Studien aus den Jahren 2013 bis 2017 aus. Das im „Journal of the American College of Cardiology” veröffentlichte Ergebnis ist eher ernüchternd: ob Multivitaminpräparate, einzelne Vitamine A, C und D, oder Betakarotin, Kalzium, Magnesium und Selen – sie alle zeigen keine nachweislich präventive Wirkung. Nur Folsäure und B-Vitamine, die Folsäure enthalten, können, so Studienleiter David Jenkins, das Schlaganfall-Risiko verringern. Sein Rat: „So weit wir sehen können, gibt es nichts Besseres als eine gesunde Ernährung mit möglichst naturbelassenen Lebensmitteln, einschließlich Gemüse, Obst und Nüssen.“
Wichtig: Die Einnahme von NEM sollte immer mit einem Arzt oder dem behandelnden Kardiologen abgesprochen werden.