Rattert der Motor oder pfeift der Auspuff am Auto, fahren wir mit dem Gefährt in die Werkstatt. Geht hingegen uns selbst die Puste aus, denken viele von uns, man könnte mal wieder etwas für die Fitness tun oder werde eben einfach älter. Mit der Selbstdiagnose kann, muss man aber nicht richtig liegen. Vor allem, wer auch im Ruhezustand schlecht Luft bekommt, sollte einen Arzt aufsuchen und seine Pumpe checken lassen. Der Grund: Es könnte eine Herzschwäche, medizinisch Herzinsuffizienz genannt, vorliegen. Rund 1,8 Millionen Menschen in Deutschland leiden unter einer chronischen Herzinsuffizienz. Sie ist mit jährlich mehr als 440.000 Einweisungen der häufigste Grund für einen Klinikaufenthalt und eine der häufigsten Todesursachen in der westlichen Welt.
Herzinsuffizienz: Komplexes Krankheitsbild
Aufgrund der Komplexität der Erkrankung verschlechtert sich der Gesundheitszustand von Herzinsuffizienz-Patienten asymptomatisch und schleichend. Verschlechterungen bleiben folglich über längere Zeit unbemerkt. Verheerend, denn durch den Rückstau von Blut kann es zu Schädigungen bis hin zum Funktionsverlust von Organen kommen. Auch ein plötzlicher Herztod kann drohen. Um ihn und Folgeerkrankungen zu vermeiden, müssen vielen Patienten elektronische Implantate eingesetzt werden, etwa ein Herzschrittmacher oder eine kardiale Resynchronisationstherapie (CRT) – vor allem dann, wenn eine medikamentöse Therapie nicht ausreicht. Im fortgeschrittenen Stadium hilft oftmals nur eine Herzimplantation.
Tests an Schweinen vielversprechend
Forscher sind zuverlässig, dass in Zukunft Patienten mit Herzinsuffizienz mittels Gentherapie geholfen werden kann. Im Rahmen einer Studie, die ein Forscherteam an der Icahn School of Medicine in New York vor Kurzem durchgeführt hat, erhielt eine Gruppe Schweine ein Gen verabreicht, welches das Protein Phosphatase-1 reguliert. In zu hoher Konzentration vorhanden – so bei Patienten mit Herzschwäche der Fall –, führt das zu einer verringerten Kontraktionsfähigkeit des Herzens. Die andere Gruppe Schweine bekam eine Salzlösung als Placebo. Das Ergebnis: Durch die mithilfe eines eingeschleusten künstlichen Virus in die Herzzellen eingeschleusten Gene konnte die Herzinsuffizienz in der linken Herzkammer um 25 Prozent und im linken Vorhof um 20 Prozent verringert werden. Zusätzlich verringerte sich die Größe der Schweineherzen um zehn Prozent. Aufgrund der vielversprechenden Ergebnisse sollen nun Patienten mit fortgeschrittener Herzschwäche für klinische Studien gewonnen werden.