Der Trend bei Brillen lautet Diversifizierung: Sehhilfen werden individueller, je nach Geschmack oder Situation, in der sie eingesetzt werden sollen. So liegen heute in jeder Drogerie fertige Lesebrillen von 0,5 bis 3 Dioptrien aus, und Optiker bieten Brillen für Nah- und Fernsicht, für die Nacht, zum Autofahren oder für die PC-Arbeit. Kein Wunder, tragen doch rund 25 Millionen Menschen in Deutschland ständig und 19 Millionen gelegentlich eine Brille. Hersteller bemühen sich, durch neue Designs der Gläser diese immer besser an die Bedürfnisse ihrer Träger anzupassen. Relativ neu sind zum Beispiel sogenannte Digitalbrillen: Sie sind für Menschen konzipiert, die sich häufig im Freien bewegen, zugleich aber auch viel auf ihr Tablet, ihr Navigationsgerät oder ihr Smartphone schauen.
Vorsicht vor blauem Licht
Diese Brillen sind Gleitsichtbrillen, wie die meisten situationsgerechten Sehhilfen, mit einem großen Bereich sowohl für die Nah- als auch für die Fernsicht. Ziel ist es, den Stress der digitalen Geräte für die Augen zu minimieren. Gleiches gilt für Panorama-Gleitsichtbrillen etwa für Autofahrer: Hier sind die Gläser vor allem für die Fernsicht optimiert, während der Bereich für die Nahsicht eher klein bleibt. Ganz individuelle Möglichkeiten des Schliffs für Gleitsichtgläser gibt es für die Arbeitsplatzbrille. Hier liegen die mittleren Entfernungen im Vordergrund, denn es muss nah auf dem Schreibtisch sowie auf Armeslänge am PC gelesen werden können, während der Blick in die Ferne aus dem Fenster nicht so wichtig ist. Da das Arbeiten am PC und bei künstlichem Licht dem Auge durch zu viel blaues und ultraviolettes Licht Schaden zufügen kann, gibt es heute Computerbrillen mit integriertem Blaulichtfilter. Sie schützen vor Entzündungen der Binde- und Hornhaut, ebenso wie vor chronischen Schäden an Netzhaut oder Linse.
Spezielle oder individuelle Brillen für kleine Zielgruppen
Sogar für weltweit rund 300 Millionen Farbenblinde haben Forscher Abhilfe geschaffen – in den USA ist kürzlich eine Brille entwickelt worden, deren Beschichtung das Gehirn überlistet und es die Farben rot und grün deutlicher wahrnehmen lässt. Diese Aufhebung der Rot-Grün-Schwäche funktioniert bei vier von fünf Menschen, so das Unternehmen. Eher skurril ist eine Brille namens Seetroën des Fahrzeugherstellers Citroën. Sie soll gegen Reiseübelkeit beim Lesen während der Autofahrt helfen. Cool geht allerdings anders: Die Brille besteht aus vier Brillengläsern, zwei vorn und zwei an den Seiten, mit einer schaukelnden Flüssigkeit an den unteren Rändern.