Die inneren Schamlippen zu groß, der Penis zu klein, der Hoden zu schlaff, die Vulva zu „alt“: Immer mehr rückt der Intimbereich als Zone mit potenziellem Optimierungsbedarf ins Scheinwerferlicht. Die Folge: Operationen an den Geschlechtsteilen nehmen zu. So zählt laut Internationaler Gesellschaft für Ästhetische Plastische Chirurgie (ISAPS) die Labioplastik, die Korrektur der Schamlippen, zu den am schnellsten wachsenden OP-Trends. Doch woher kommt der Hype?
Freier Blick aufs Genital
Während in den 1970er- und 1980er-Jahren das „Buschtragen“ in Mode war, lautet das Motto danach und bis heute: Haare ab! Und zwar gerne komplett. Mit der Revolution der Intimrasur entwickelte sich der freie Blick auf das Geschlechtsorgan zu einer Art Norm. Unterschiede der Geschlechtsorgane wurden damit erst richtig sichtbar – sei es in der Sauna, am FKK-Strand, in Erotikmagazinen, aber auch in Pornofilmen. Nun wollen viele Männer „ihn“ gerne größer und länger. Bei immer mehr Frauen gilt klein und glatt als schön – „Barbie-Vagina“ nennt sich dieser Trend in Extremform. Eine Umfrage der Deutschen Gesellschaft für Intimchirurgie und Genitalästhetik e. V. (DGIntim) unter 104 Frauen im Alter von 16 bis 64 bestätigt: Eine sichtbare Länge der inneren Schamlippen von mehr als zwei Zentimeter empfanden 22,2 Prozent als „nicht so schön“, 61,1 Prozent als hässlich. Die Hälfte dieser unzufriedenen Frauen denke über einen Eingriff nach.
Intimchirurgie: Expertise minimiert Risiken
Es ist legitim, einen Eingriff im Intimbereich in Betracht zu ziehen – wenn man unter Schmerzen leidet – wie häufig bei zu großen inneren Schamlippen durch Hautreizung der Fall – oder sich im Alltag stark eingeschränkt fühlt. Doch sollte dabei nicht vergessen werden, dass jede Operation Risiken birgt. Es kann zu Infektionen und Wundheilungsstörungen kommen. Bei Eingriffen an den Schamlippen sind darüber hinaus Vernarbungen, Verwachsungen oder Verhärtungen eine mögliche Folge; beim besten Stück des Mannes potenziell etwa Nachblutungen und Funktionsbeeinträchtigungen. Umso wichtiger, seine erogene Zone in erfahrene Hände zu legen. „Egal aus welcher fachärztlichen Richtung der Operateur kommt: Eine fachliche Spezialisierung auf den Bereich der Intimchirurgie ist empfehlenswert, eine Basisausbildung sowie kontinuierliche Fortbildung sind unabdingbar“, so die Experten der DGIntim.