Dass Kälte Schmerzen lindert und die Regenerationszeit bei Verletzungen verkürzen kann, ist schon länger bekannt. Eis-kompressen oder Eis-Spray kommen bei unterschiedlichsten Beschwerden punktuell zum Einsatz. Den Körper ganzheitlich stärken sollen jedoch Kältekammern, in denen die Temperaturen schon mal unter minus 110 Grad fallen. Zunächst vor allem Profi-Sportlern vorbehalten, ist ein Besuch der eiskalten Kammern mittlerweile auch bei Hobbysportlern beliebt. Mit Mütze, Socken, Unterwäsche, Handschuhen und Mundschutz ausgestattet, geht es für sie für zwei bis vier Minuten in die Kryosauna. Der ungewohnte Kälteschock regt dann direkt den Stoffwechsel und die Abwehrkräfte an.
Schmerzlindernde Wirkung
Vor allem ältere aktive Menschen profitieren von der schmerzlindernden Wirkung der trockenen Kälte. Die Schockkälte reduziert nämlich nicht nur Muskelkater, auch erkrankte Gelenke sind im Anschluss beweglicher und geschmeidiger. Denn bei Kälte werden bestimmte Schmerzsignale vom zentralen Nervensystem überspielt, die Schmerzen also erträglicher. Im Leistungssport kommt diese Art der Kältetherapie deshalb bereits seit den 80er-Jahren zum Einsatz.
Der gezielte Einsatz von extremer Kälte soll ähnlich wie beim Eisbad nach dem Saunabesuch positive Reaktionen im gesamten Körper in Gang setzen: Der Aufenthalt soll die Regeneration fördern, das Immunsystem stärken und die Stimmung heben. In der Medizin wird diese Therapieform außerdem zur Behandlung von Hauterkrankungen, rheumatischen Entzündungen, Migräne oder auch Arthrose angewandt. Auch Gewichtsverlust versprechen einige Anbieter bei regelmäßiger Nutzung der Kältesaunen.
Effekt der Kältetherapie dauert an
Besonders wirksam ist die Kryotherapie in den ersten paar Stunden nach der Sitzung. Wer regelmäßig für seine Gesundheit friert, kann den Effekt aber auch auf den Alltag ausdehnen. Kein Wunder also, dass die Kältetherapie mittlerweile in Rehazentren angeboten wird. Es gibt aber auch Patienten, für die die Kältesauna nicht förderlich ist. Schwangere, Diabetiker und Menschen mit Herzschrittmacher sollten von der eiskalten Therapieform absehen.