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Krebs behandeln

Nuklearmedizinische Therapie beim metastasierten Prostatakrebs

Auch beim metastasierten Prostatakrebs gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, die Erkrankung zu behandeln. Eine Heilung ist in der Regel nicht mehr möglich. Therapien können jedoch dabei helfen, das Fortschreiten der Erkrankung möglichst lange aufzuhalten und die Lebensqualität zu erhalten. Zu diesen Behandlungsmöglichkeiten zählen auch nuklearmedizinische Therapien.

Von Novartis Pharma GmbH
· 2026

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Älterer Patient während einer Infusionsbehandlung im Krankenhaus

In der Nuklearmedizin werden radioaktive Substanzen zur Diagnose und zur Behandlung von Erkrankungen eingesetzt. Sie können sich an bestimmten Stellen im Körper anreichern. Ihre Strahlung kann dann entweder zur Bildgebung genutzt werden oder therapeutisch wirken.

Das Besondere bei der Therapie: Die Bestrahlung erfolgt von innen.

Auch bei der hormonresistenten Form des metastasierten Prostatakrebses (mCRPC) können für bestimmte Patienten nuklearmedizinische Therapieoptionen infrage kommen. Dazu zählen die Radioligandentherapie und die Radionuklidtherapie. Beide nutzen radioaktive Substanzen, unterscheiden sich jedoch darin, wo und wie sie im Körper ansetzen.

Radioligandentherapie

Der Wirkstoff bindet gezielt an ein bestimmtes Merkmal auf Prostatakrebszellen – das sogenannte Prostataspezifische Membranantigen (PSMA). Dadurch können Tumor und Metastasen in Knochen, Lymphknoten oder Organen erreicht werden.

Radionuklidtherapie 

Der Wirkstoff reichert sich dort an, wo der Tumor im Knochen besonders aktiv ist. Die Strahlung wird damit gezielt im Bereich der Knochenmetastasen abgegeben.

Therapieübersicht Prostatakrebs

Welche nuklearmedizinische Therapie kommt wann infrage?

Die beiden Verfahren unterscheiden sich darin, wo sie im Körper ansetzen. Deshalb spielen unter anderem die Lage der Metastasen, bestimmte Eigenschaften der Krebszellen und bereits erfolgte Behandlungen eine wichtige Rolle bei der Therapieentscheidung. Die Auswahl erfolgt immer individuell zusammen mit dem Behandlungsteam.

Schematische Darstellung der Anreicherung von Radioliganden im Tumorgewebe
PSMA kann sich in großen Mengen auf den Prostatakrebszellen befinden. Dadurch reichern sich die Radioliganden im Tumorgewebe an. Dort geben sie ihre radioaktive Strahlung ab.

Radioligandentherapie

Auf der Oberfläche vieler Prostatakrebszellen befindet sich ein Eiweiß namens PSMA. Genau hier setzt die Radioligandentherapie an: Sie nutzt PSMA als Zielstruktur für die Behandlung. 

Dafür wird ein radioaktives Medikament eingesetzt, das vereinfacht gesagt aus zwei miteinander verbundenen Teilen besteht. Ein Teil – der sogenannte Ligand – bindet gezielt an PSMA auf der Oberfläche der Prostatakrebszellen. Der andere Teil gibt radioaktive Strahlung ab.

Nach der Bindung an PSMA wird der Radioligand in die Krebszelle aufgenommen. Die abgegebene Strahlung kann die Krebszelle dort schädigen und zerstören. Umliegendes Gewebe wird dabei weitestgehend geschont.

Erst sichtbar machen, dann gezielt behandeln

Damit eine PSMA-Radioligandentherapie infrage kommen kann, müssen Patienten zuvor mit Hormontherapien und Chemotherapie behandelt worden sein.

Zudem muss zunächst festgestellt werden, ob die Krebszellen ausreichend PSMA aufweisen. Dafür wird eine spezielle Bildgebung eingesetzt, in der Regel eine PSMA-PET/CT. 

Dieses Zusammenspiel von Diagnostik und Therapie wird als Theranostik bezeichnet: Ein Merkmal der Krebszellen wird zunächst genutzt, um sie sichtbar zu machen, und anschließend, um sie gezielt zu behandeln.

Was kann mit der Behandlung erreicht werden?

Zu den möglichen Therapiezielen der Radioligandentherapie gehören:
•    den Krankheitsfortschritt zu verzögern, 
•    das Leben zu verlängern sowie 
•    die Lebensqualität zu verbessern oder zu erhalten. 
Welche Ziele im individuellen Fall erreicht werden können, ist von Patient zu Patient unterschiedlich.

Schematische Darstellung der Anreicherung von Radionukliden an einer Krebszelle im Knochengewebe
Durch radioaktive Strahlung können Radionuklide Krebszellen der Knochenmetastasen zerstören.

Radionuklidtherapie

Bei Prostatakrebs bilden sich Metastasen vorwiegend in den Knochen. Diese können unter anderem Schmerzen verursachen und das Risiko für Knochenbrüche erhöhen.

Wie bei der Radioligandentherapie, wird auch bei der Radionuklidtherapie ein radioaktives Arzneimittel über den Blutkreislauf verabreicht. Es lagert sich allerdings verstärkt dort an, wo der Tumor im Knochen besonders aktiv ist – in neu gebildetem Knochengewebe innerhalb der Metastasen. 

Die dort abgegebene Strahlung kann Krebszellen schädigen, ihr Wachstum verlangsamen oder sie zerstören. Aufgrund der geringen Reichweite der Strahlung wird auch hier umliegendes Knochengewebe weitestgehend geschont.

Wann kommt die Radionuklidtherapie infrage?

Die Radionuklidtherapie kommt für bestimmte Patienten mit symptomatischen Knochenmetastasen infrage.

Zu den Voraussetzungen gehören außerdem bestimmte Vortherapien. Zudem dürfen keine Metastasen in anderen Organen oder Lymphknoten vorliegen.

Was kann mit der Behandlung erreicht werden?

Die Radionuklidtherapie kann dazu beitragen, 
•    Schmerzen durch Knochenmetastasen zu lindern 
•    Komplikationen wie Knochenbrüche hinauszuzögern.

Welche Therapie passt zu welchem Patienten?

Nuklearmedizinische Therapie ist nicht gleich nuklearmedizinische Therapie. Wo sich die Metastasen befinden, welche Eigenschaften die Krebszellen besitzen und welche Behandlungen bereits erfolgt sind, entscheidet mit darüber, welche Therapieoption für Patienten infrage kommt.

Fragen, die Patienten mit ihrem Behandlungsteam besprechen können:

•    Ist mein Prostatakrebs bereits hormonresistent?
•    Welche Behandlungen habe ich bisher erhalten?
•    Welche Art von Metastasen liegen bei mir vor?
•    Wurde bei mir PSMA mittels Bildgebung untersucht?
•    Könnte eine nuklearmedizinische Therapie für mich infrage kommen?
•    An wen kann ich mich für eine nuklearmedizinische Beurteilung wenden?

Weitere Hilfestellungen, um sich auf das nächste Arztgespräch vorzubereiten, finden Sie hier:

Sie möchten wissen, wo nuklearmedizinische Therapien angeboten werden? Finden Sie hier eine nuklearmedizinische Einrichtung in Ihrer Nähe:

Die Behandlungsmöglichkeiten kennen

Beim metastasierten Prostatakrebs stehen unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Therapien können je nach individueller Situation nacheinander oder teilweise auch kombiniert eingesetzt werden. Welche Behandlung geeignet ist, sollten Patienten gemeinsam mit ihrem ärztlichen Behandlungsteam entscheiden.

Disclaimer

Die in dieser Veröffentlichung enthaltenen Informationen dienen ausschließlich allgemeinen Informationszwecken und stellen keine medizinische Beratung oder Aufforderung zur Verwendung von Medizinprodukten dar. Vor der Anwendung eines Medizinprodukts sollten Sie immer einen Arzt oder qualifizierten Gesundheitsdienstleister konsultieren. Die Autoren und Herausgeber übernehmen keine Haftung für etwaige Schäden, die direkt oder indirekt aus der Nutzung dieser Informationen oder des beschriebenen Produkts entstehen können. Bitte lesen Sie die Packungsbeilage und Gebrauchsanweisung sorgfältig durch und befolgen Sie die Anweisungen des Herstellers.

Quellen:

S3-Leitlinie Prostatakarzinom, Langversion 8.0, 2025. (zuletzt aufgerufen am 29.08.2026).

Krebsinformationsdienst - Prostatakrebs - fortgeschritten metastasiert. (zuletzt aufgerufen am 29.08.2026).

Krebsinformationsdienst - Prostatakrebs - Strahlentherapie. (zuletzt aufgerufen am 29.08.2026).

Universitätsklinikum Bonn. (zuletzt aufgerufen am 29.08.2026).

TUM Klinikum rechts der Isar. (zuletzt aufgerufen am 29.08.2026).

Krebsinformations­dienst - Knochenmetastasen - Behandlung. (zuletzt aufgerufen am 29.08.2026).

Universitätsklinikum Tübingen. (zuletzt aufgerufen am 29.08.2026).


Mit freundlicher Unterstützung der Novartis Pharma GmbH | FA-11779887, Stand 09/26