Erkranken die eigenen Kinder schwer, steigen die Sorgen bei den Eltern ins Unermessliche – insbesondere dann, wenn ein Tumor diagnostiziert wurde. Da Krebs im Kindesalter in der Regel sehr schnell wächst, ist es von großer Bedeutung, Warnsignale frühzeitig zu erkennen. Hierzu zählen Knochen- und Gelenkschmerzen, lokale Schwellungen, Fieber oder auch geschwollene Lymphknoten. Mit knapp einem Drittel aller Krebsfälle ist Leukämie die häufigste Krebsform. Grund hierfür ist eine Fehlentwicklung weißer Blutkörperchen. Weitere Krebsarten bei Kindern sind Tumoren des zentralen Nervensystems, Lymphdrüsenkrebs und Neuroblastome – bösartige Tumoren des sympathischen Nervensystems.
Gute Prognose
Risikofaktoren, wie sie bei Erwachsenen Krebserkrankungen hervorrufen können, lassen sich bei Kindern ausschließen. Allerdings gehen Fachleute davon aus, dass sich das Erbmaterial bereits vor der Geburt verändert, sodass aus einer gesunden Zelle eine Tumorzelle entstehen könnte. Auch besteht die Möglichkeit, dass ein nicht ausgereiftes Immunsystem für einige Krebsformen bei Kindern verantwortlich ist. Das Gute: Im Gegensatz zu Erwachsenen lassen sich Tumorerkrankungen bei Kindern zumeist viel besser behandeln. Bei mehr als 80 Prozent der Betroffenen unter 18 kann die Erkrankung geheilt werden.
Krebskranken Kindern helfen: Studie über Spätfolgen
Nicht zu unterschätzen sind jedoch die möglichen Spätfolgen. Denn etwa zwei Drittel der erkrankten Kinder und Jugendlichen leiden im Laufe ihres Lebens an mindestens einer krankheits- oder therapiebedingten Spätfolge. Was das heißt? Laut einer Studie eines Forschungsteams der Medizinischen Fakultät der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg besteht ein Zusammenhang mit einem erhöhten Risiko für Herz- und Hörprobleme. Zu diesem Ergebnis kamen die Forschenden im Sommer 2024, nachdem sie vier Jahre lang bundesweit die Nachsorge und den tatsächlichen Nachsorgebedarf von Kindern und Jugendlichen nach einer Krebserkrankung unter die Lupe genommen hatten. „Angesichts dieser hohen Überlebensrate ist es entscheidend, die gesundheitlichen Risiken und Belastungen dieser Überlebenden frühzeitig zu erkennen und zu minimieren“, betont Prof. Dr. Enno Swart, Leiter des Forschungskonsortiums.