Muskel- und Sehnenschmerzen oder sogar veränderte Zehenstellungen und Wirbelsäulenprobleme – das sind alles mögliche Folgen von nicht richtig passendem Schuhwerk bei Kindern. Für eine optimale Laufentwicklung spielt vor allem die Größe eine Rolle. Viele Eltern wenden zur Überprüfung oft den Daumentest an Schuhspitzen oder an der Ferse an. Doch der ist in der Regel nutzlos. Der Grund: Der Nachwuchs zieht dabei instinktiv die Zehen zurück beziehungsweise rutscht mit dem Fuß nach vorn. Oftmals ist auch die Sensibilität an den Zehen noch nicht optimal entwickelt, sodass viele Kinder gar nicht spüren, ob Schuhe drücken.
Keine Normen für die Größe
Stattdessen gilt, sich besser auf konkrete Messdaten zu verlassen. Denn selbst die Schuhgröße ist kein verlässliches Kriterium, wie eine aktuelle Studie des Forschungsteams „Kinderfüße-Kinderschuhe“ in Zusammenarbeit mit der österreichischen Gebietskrankenkasse (GKK) Salzburg herausgefunden hat. Über zwei Jahre hinweg wurden insgesamt 1.898 Paar Schuhe von Kindergartenkindern untersucht. Im Ergebnis waren 86 Prozent der Treter kleiner als angegeben, teilweise um vier Größen. Wie kann das sein? Fakt ist: Es gibt keine internationale Norm für Schuhgrößen, an die sich Hersteller halten müssen. So laufen Eltern schnell Gefahr, ihren Kindern zu kleine Schuhe zuzumuten.
Regelmäßig messen ist das A und O
Umso wichtiger ist das Ausmessen – und zwar von Füßen und Schuhen. Das geht nicht nur im Fachgeschäft, sondern auch zu Hause und inzwischen auch digital. Kinderfüße wachsen bis zu einem Millimeter pro Monat. Auf das Jahr hochgerechnet kann das schnell bis zu drei Schuhgrößen ausmachen. Fachleute raten deshalb, alle zwei Monate zu messen. Zur korrekten Ermittlung der Schuhgröße ist das jeweilige Innenmaß relevant. Bei aller Sorge um die richtige Länge und Breite, darf jedoch nicht die Qualität der Schuhe außer Acht gelassen werden.
Solide Schuhe kaufen
Ratsam sind Schuhe mit ergonomisch geformtem Fußbett und hochgezogener Fersenkappe, eine stabile Mittelsohle mit stoßdämpfenden Eigenschaften und eine elastische Sohlentechnik. Ebenso wichtig sind eine gute Verarbeitung und das Material, denn das hat maßgeblich Einfluss auf ein gesundes Fußklima – atmungsaktive Naturmaterialien bieten sich an. Frische Luft tut den kleinen Quanten übrigens auch in anderer Hinsicht gut: So raten Experten dazu, wenn immer möglich, die Kids barfuß laufen zu lassen. Das sorgt am besten für die Entwicklung eines stabilen und gesunden Fußapparates.