Dank ihr können viele Brustkrebspatientinnen geheilt werden. Seit Ende der 1980er-Jahre hilft sie erfolgreich gegen spezielle Formen von Hodentumoren – und dies erfolgreich sogar im fortgeschrittenen Stadium und mit Metastasen. Bei Menschen mit Leukämien zerstört sie in hochdosierter Form blutbildende Stammzellen im Knochenmark, um Platz für gesunde Spenderstammzellen zu schaffen. Nur einige Beispiele dafür, weshalb die Chemotherapie sich als eine zentrale Säule der Krebsbehandlung etabliert hat.
Angriff auf gesunde Zellen
Die Kehrseite der Medaille: Die verabreichten Medikamente, die sogenannten Zytostatika, greifen nicht nur Tumorzellen an, sondern auch gesunde, vor allem sich häufig teilende Körperzellen wie die der Schleimhäute des Verdauungssystems, der Haarwurzeln oder auch Eizellen. Die Folge sind chemotherapieassoziierte Nebenwirkungen, zu denen auch Nervenschäden (Neuropathien) zählen. Sie äußern sich häufig durch Kribbeln, Taubheit oder Überempfindlichkeit in den Fingerspitzen und Zehen. Auch nach Ende der Krebstherapie können die Beschwerden anhalten. Forschende suchen daher schon seit Längerem nach einer Lösung, mit der die Nervenschädigungen verhindert werden können. Bislang gibt es jedoch kein solches Medikament.
Linderung durch Ohr-Akupressur: Punkte durch Druck aktivieren
Die Ausprägung von Nebenwirkungen ist grundsätzlich abhängig von der Dauer der Behandlung, Art und Dosierung der Zytostatika und der allgemeinen gesundheitlichen Verfassung der Patientin oder des Patienten. Eine Nebenwirkung, die insbesondere nach einer Chemotherapie bei Brustkrebspatientinnen häufig auftritt, ist Verstopfung (Obstipation). Forscherinnen und Forscher der Ewha Womans University Seoul konnten in einer klinischen randomisierten Studie nachweisen, dass die nebenwirkungsfreie Ohr-Akupressur mit Samen der Kuhblume (Vaccaria) Linderung verschafft: Bereits nach der Hälfte der Studiendauer von sechs Wochen verbesserten sich bei den Teilnehmenden Verstopfungsbeschwerden, Stuhlbeschaffenheit sowie subjektive Lebensqualität im Vergleich zur Kontrollgruppe signifikant.