Es sind die Schlagzeilen, die immer wieder aufhorchen lassen: „Gas und Bremse verwechselt: 80-Jähriger prallt frontal gegen Mauer“, oder „Rentner kracht mit Auto in Hamburger Kaufhaus.“. Insbesondere von älteren Menschen verursachte Unfälle im Straßenverkehr lassen die Wellen höherschlagen und sorgen für rege Diskussionen, ob Senioren ab einem gewissen Alter den Führerschein abgeben sollten oder nicht. Was dabei häufig gerade von jungen Menschen vergessen wird, sind die vielen und oftmals erheblich folgenreicheren Raserunfälle, die auf deren Konto gehen.
Fakt ist: Dass Senioren als Teilnehmer im Straßenverkehr und demzufolge auch bei Unfällen eine immer größere Rolle spielen, ist schon allein auf die demografische Entwicklung zurückzuführen. In den vergangenen 20 Jahren ist der Anteil der Menschen ab 65 Jahren an der Gesamtbevölkerung von 15,9 auf 21,4 Prozent gestiegen.
Unfallstatistik über Senioren am Steuer
Blickt man auf die Unfallursachen von Senioren im Straßenverkehr im Jahr 2018, zeichnet sich ein unterschiedliches Bild: Mit 17,7 zu 10,7 Prozent wurde PKW-Fahrern im Seniorenalter häufiger vorgeworfen, die Vorfahrt missachtet zu haben, als Personen unter 65 Jahren. Auch beim Abbiegen, Wenden oder Rückwärtsfahren rumste es dem Statistischen Bundesamt zufolge häufiger als bei Jüngeren. Im Gegensatz dazu wurde Senioren vergleichsweise deutlich seltener zur Last gelegt, den Abstand nicht eingehalten zu haben, zu schnell gefahren zu sein oder unter Alkoholeinfluss gestanden zu haben.
Mobilität im Alter: mit Fahrtrainings zu mehr Sicherheit
Doch was kann man grundsätzlich tun, um sicher am Steuer unterwegs zu sein? Wer diesbezüglich Bedenken hat, kann seine Fahreignung von Experten beurteilen lassen. Einige Prüforganisationen bieten Fitnesschecks, verkehrsmedizinische Untersuchungen, aber auch Feedback-Fahrten mit einem Fahrlehrer an.
Das Gute: Wie Untersuchungen der TU Dortmund verdeutlichen, ermöglichen Fahrtrainings im Realverkehr auch Autofahrern im höheren Semester wieder annähernd so fit zu werden wie Autofahrer mittleren Alters. Selbst nach einem Jahr war laut der Studie eine verbesserte Fahrkompetenz festzustellen.
Geistige und körperliche Fitness schulen
Zur allgemeinen Sicherheit im Straßenverkehr – egal, ob hinterm Steuer oder unterwegs mit dem Rollator – ist es laut Auto Club Europa zudem wichtig, alljährlich Augen und Ohren beim Arzt checken zu lassen. Aber auch körperliche Fitness ist entscheidend, um die Muskulatur in Form zu halten. Täglich den Kopf mehrfach so weit wie möglich nach links und rechts zu drehen, hält die Halsmuskulatur beweglich, was vor allem dem Schulterblick zuträglich ist. Nicht zu vergessen das Gehirn. Wer seine Schaltzentrale regelmäßig trainiert, ist in der Lage, in unvorhergesehenen Situationen besser zu reagieren. Sollte es dennoch letzte Unklarheiten geben, ist jederzeit der Hausarzt erster Ansprechpartner, um letztlich sicher und unfallfrei durch den Straßenverkehr zu kommen.
Quellen:
www.adac.de/verkehr/verkehrssicherheit/aeltere-autofahrer/senioren/
www.verkehrsanwaelte.de/verkehrsrecht/senioren/
www.polizei-dein-partner.de