Auswirkungen auf Lebensqualität
Neurologische Erkrankungen, die in jedem Alter auftreten können, sind komplex und umfassen nicht nur Störungen des Gehirns, sondern auch des Rückenmarks sowie der peripheren Nerven. Als Ursache kommen beispielsweise Genmutationen, Verletzungen, Gefäßerkrankungen, Autoimmunerkrankungen, Infektionen oder Tumorerkrankungen infrage. Entsprechend den vielfältigen Körperfunktionen, die das Nervensystem steuert, können die Beschwerden sehr unterschiedlich sein und reichen von Schmerzen über Funktionsstörungen der Sinnesorgane oder Muskelapparats bis hin zu Beeinträchtigung des Bewusstseins und des Schlafs sowie psychiatrischen Symptomen.
Die Auswirkungen auf die Betroffenen sind teils immens: Mehr als weltweit 443 Millionen verlorene gesunde Lebensjahre gingen laut IHMEStudie in den letzten 30 Jahren auf das Konto von Erkrankungen des Nervensystems – ein Anstieg um 18 Prozent. Die Rangliste führen Schlaganfälle an: Sie raubten der Menschheit 160 Millionen Jahre gesunder Lebenszeit. In Deutschland erleiden laut der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe rund 270.000 Menschen einen Schlaganfall. Ein Jahr nach dem Ereignis bleiben rund 60 Prozent der Betroffenen auf Therapie, Hilfsmittel oder Pflege angewiesen.
„Neurologische Erkrankungen verursachen großes Leid für die betroffenen Menschen und Familien und berauben Gesellschaften und Volkswirtschaften ihres Humankapitals“, gibt WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus zu bedenken. Man müsse dringend dafür sorgen, den Zugang zu qualitativ hochwertiger Pflege, Behandlung und Rehabilitation zu gewährleisten. Es gelte, die Hirngesundheit von Kindheit an mehr in den Fokus zu rücken.