Zittern und steife Muskeln sind Symptome, an die wir zuerst bei Morbus Parkinson denken. Beinahe jeder Zweite klagt im weiter fortgeschrittenen Stadium zudem über ziehende, brennende oder auch krampfartige Schmerzen, die mit Sensibilitätsstörungen einhergehen. Rund 400.000 Parkinson-Patienten gibt es in Deutschland – Tendenz zunehmend. Laut Deutscher Gesellschaft für Parkinson könnte sich angesichts der steigenden Lebenserwartung die Zahl in 20 Jahren sogar verdreifachen. Zumeist beginnt die Erkrankung zwischen dem 50. und dem 60. Lebensjahr. Problem: Häufig wird sie erst Jahre später diagnostiziert. Nämlich dann, wenn das Gehirn den mit Parkinson einhergehenden Mangel an Dopamin-produzierenden Zellen nicht mehr ausgleichen kann. Erst wenn die Hälfte dieser Nervenzellen betroffen ist, kommt es zu den typischen Symptomen. Doch auch Riech- und Schlafstörungen oder Verstopfung können auf Parkinson hindeuten – und dies bereits im frühen Stadium. Je früher die Therapie beginnt, desto höher sind die Erfolgschancen.
Parkinson am Körpergeruch erkennen
Hoffnung, der Krankheit früher auf die Schliche zu kommen, macht eine jüngst veröffentlichte britische Studie. Wie Forscher der Universität Manchester feststellten, verströmen Parkinson-Patienten einen anderen Geruch als gesunde Menschen. Vor allem an der Stirn und am oberen Rücken, wo viele Talgdrüsen angesiedelt sind, gaben die Betroffenen charakteristische, moschusähnliche Geruchsstoffe ab. Zur Analyse entnahmen die Wissenschaftler aus den Drüsen ein Talgsekret, das aus den chemischen Verbindungen Eicosan, Hippursäure und Octadecanal bestand. Ziel ist es, anhand dieser Substanzen einen Früherkennungstest zu entwickeln.
Medikamentenabgabe per Pumpe
Fest steht: Solange Morbus Parkinson nur schwer frühzeitig zu diagnostizieren ist, braucht es Therapien, die vor allem in weiter fortgeschrittenen Stadien helfen. Beispiel Pumpentherapie: Mithilfe derer wird ein Medikament gleichmäßig in den Darm oder unter die Haut abgegeben. So können jene Stellen im Gehirn, an denen Dopamin andockt, konstant stimuliert werden. Für eine verbesserte Lebensqualität sind jedoch ebenso physio- und psychotherapeutische, aber auch logopädische Behandlungen wichtig. Auch wenn es noch kein heilendes Medikament gibt, kommen aus der Forschung hoffnungsweckende Signale. Sowohl Wissenschaft als auch Pharmazie arbeiten an Therapien, um die Beschwerden auch langfristig gut kontrollieren und Parkinson irgendwann sogar heilen zu können.