Unsere Haut spielt eine wichtige Rolle für unser Wohlbefinden. Mit einer Fläche von circa zwei Quadratmetern ist sie nicht nur unser größtes Organ, sondern auch unser sichtbarstes. So kann eine schöne und gesunde Haut unser Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl stärken, wohingegen Hautprobleme oder -erkrankungen wie z. B. die Schuppenflechte das eigene Selbstvertrauen und die Lebensqualität stark beeinträchtigen können.
Psoriasis – nicht ansteckend, aber belastend
In Deutschland sind rund 2 Millionen Menschen von Schuppenflechte, medizinisch Plaque-Psoriasis genannt1, betroffen. Die chronisch-entzündliche Erkrankung, welche nicht ansteckend ist, aber über die Haut sichtbar wird, äußert sich hauptsächlich in schuppenden Herden auf der -Haut, sogenannten Plaques, die an unterschiedlichen Stellen oder am ganzen Körper auftreten können2 und zudem oft mit Juckreiz und Schmerzen verbunden sind.
Gerade durch das äußerlich sichtbare Erscheinungsbild der Erkrankung fühlen sich viele Betroffene stigmatisiert3, was zu sozialem Rückzug und psychischen Problemen führen kann. So zählt bei Schuppenflechte auch die Depression zu einer häufigen Begleiterkrankung. Insgesamt ist bei Psoriasis-Betroffenen das Risiko deutlich erhöht, weitere Erkrankungen, die mit der Grunderkrankung in Zusammenhang stehen, sogenannte Komorbiditäten zu entwickeln. Dazu zählen unter anderem Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Stoffwechselstörungen, Diabetes oder auch andere chronisch-entzündliche Erkrankungen. Daher ist es umso wichtiger, die Erkrankung frühzeitig zu erkennen und mit einer Therapie zu beginnen.
Vorbereitung auf das Arztgespräch
Da viele Betroffene oft lange nach der für sie passenden Therapie suchen müssen , sollten sich Patient:innen möglichst gut auf einen Termin bei einer Fachärzt:in vorbereiten, um das Gespräch optimal zu nutzen. Hilfreich ist, sich im Vorfeld ausführlich über die Erkrankung und Therapieoptionen zu informieren und Fragen zu notieren. Auch ein Tagebuch oder Checklisten können für Ärzt:innen hilfreich sein, damit sie gemeinsam mit den Betroffenen das Therapieziel definieren können.
Aufgrund der unterschiedlichen Begleiterkrankungen, welche mit Psoriasis einhergehen können, ist eine interdisziplinäre Behandlung durch verschiedene Fachärzt:innen spätestens mit dem Auftreten einer weiteren Erkrankung angeraten. Mittlerweile gibt es bundesweit einige Kliniken und Zentren, die auf chronisch-entzündliche Erkrankungen spezialisiert sind und dafür spezielle Sprechstunden anbieten.
Die Therapieauswahl ist entscheidend
Je nach Schweregrad der Psoriasis gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten, die eine Besserung der Symptome bis hin zur Symptomfreiheit ermöglichen können und so die Lebensqualität verbessern können. Für eine optimale Versorgung ist es wichtig, zeitnah eine geeignete Hautärzt:in zu finden, um den Schweregrad der Psoriasis ermitteln zu lassen. Nur so kann das Behandlungsspektrum passend zum vorliegenden Schweregrad voll ausgeschöpft werden.
Bei leichten Formen werden zunächst äußerliche (topische) Anwendungen, z. B. Salben empfohlen, während bei mittelschwerer bis schwerer Schuppenflechte neben Licht- und Badetherapie innerliche (systemische) Anwendungen zum Einsatz kommen. Wenn diese Behandlungen keinen ausreichenden Erfolg zeigen, kann bei den schwereren Verlaufsformen im nächsten Schritt die Anwendung von sogenannten Biologika eine sinnvolle Option sein.
Aber auch der eigene Lebensstil kann zu dem Erfolg einer Therapie beitragen. So können beispielsweise eine ausgewogene Ernährung, Bewegung sowie ein achtsamer Umgang mit der Erkrankung und sich selbst dabei helfen, schubauslösende Faktoren zu reduzieren. Selbst wenn Psoriasis bislang nicht geheilt werden kann, ist heutzutage in den allermeisten Fällen ein nahezu erscheinungsfreies Hautbild doch ein realistisches Therapieziel bei der modernen Behandlung der Schuppenflechte.
Auf der Webseite www.schuppenflECHTEhilfe.de finden Ratsuchende umfangreiche Informationen über die Erkrankung Psoriasis, Wissenswertes zur Therapie sowie Tipps zur Arztsuche.