Gerade, wenn es auf den Winter zugeht, bemerkt so mancher gelegentliche Schmerzen in den Gelenken, etwa nach einer wenig erholsamen Nacht oder einem anstrengenden Arbeitstag. In der Regel sind dies nur harmlose Folgen von zu wenig Sport, falscher Körperhaltung oder ungünstigen Bewegungen. Doch es kann auch mehr dahinter stecken, nämlich eine besondere Form der Schuppenflechte. Immerhin zwei Millionen Deutsche leiden an der Autoimmunkrankheit Psoriasis, die sich – meistens von der Haut ausgehend – in durchschnittlich 20 Prozent der Fälle auf die Gelenke und Sehnen ausweitet. Diese Psoriasisarthritis (PsA) kann im weiteren Verlauf erhebliche Bewegungseinschränkungen verursachen. Daher ist eine frühzeitige Diagnose wichtig.
Krankheit bleibt oft unerkannt
Ein Problem: Nicht immer gehen sicht- oder spürbare Hauterkrankungen den Gelenkproblemen voraus, denn eine Psoriasis kann theoretisch schon länger bestehen, bevor erste Symptome spürbar werden. Aus diesen Gründen werden gerade frühe Erscheinungsbilder, wie etwa Schwelllungen oder Rötungen, oft nicht rechtzeitig bemerkt oder nicht ernst genommen. Selbst Ärzte können die Symptome leicht mit denen anderer Krankheiten verwechseln. Dies passiert laut Experten sogar bei zehn bis 15 Prozent der relevanten Fälle. Doch gilt: Um irreversible Gelenkschäden zu verhindern, sollte eine Psoriasisarthritis umgehend und konsequent behandelt werden.
Psoriasisarthritis ist gut behandelbar
Der Patient sollte den Arzt, am besten einen Rheumatologen, aktiv unterstützen: Bestanden in der Familie schon einmal Verdachtsmomente bezüglich einer Schuppenflechte, sollte der Betroffene dies gleich zu Beginn des Gesprächs mitteilen, auch wenn er selbst gerade keine klassischen Symptome der Psoriasis aufweist. Durch gezielte Untersuchungen per bildgebender Verfahren können andere Erkrankungen, wie zum Beispiel Gicht, ausgeschlossen werden. Typisch für PsA ist etwa, dass zu Beginn der Krankheit die Endgelenke von Fingern und Füßen „befallen“ sind. Grundsätzlich kann sich die chronische Krankheit aber an allen Gelenken zeigen. Das Gute: Es gibt eine Reihe an Therapieformen, etwa schmerz- und entzündungshemmende Medikamente und Biologika. Jeder Mensch mit PsA hat ein anderes Krankheitsbild, deshalb wird der Arzt ein individuelles Behandlungskonzept entwerfen. Wichtig dabei ist, dass die Therapie sowohl auf die Haut als auch an den Gelenken wirkt.