Das Feierabendbier wird zum Muss? In letzter Zeit häufiger antriebslos? Streite mit dem Partner eskalieren völlig? Die Sorgen um die Zukunft führen zu schlaflosen Nächten? Alle kennen solche Situationen im Alltag – doch sind sie bereits ein Anzeichen dafür, dass die seelische Gesundheit in Gefahr ist? Fakt ist: Psychische Krankheiten sind weitverbreitet. In Deutschland sind laut Angaben der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) jedes Jahr 27,8 Prozent der Bevölkerung davon betroffen – am häufigsten von Angststörungen, gefolgt von affektiven Störungen wie Depressionen und Störungen durch Alkohol- oder Medikamentenkonsum. Psychische Störungen beeinträchtigen die Lebensqualität der Betroffenen teils enorm und sind hierzulande die Hauptursache für Berufsunfähigkeit. Den Löwenanteil stellen hierbei Depressionen und Burn-out.
Negative Krisen-Auswirkungen
Aktuell lösen vor allem Zukunftsangst und finanzielle Sorgen psychische Beschwerden aus. Dies ist ein Ergebnis der Studie „Psychische Gesundheit in der Krise“ der Pronova BKK, für die im Januar und Februar 2023 insgesamt 150 Fachleute für Psychiatrie und Psychotherapie befragt worden sind. Dass die schnelle Folge von Krisen wie Corona, Ukrainekrieg und Inflation einen besonders negativen Einfluss auf die Psyche hat, bestätigen 87 Prozent; psychische Vorerkrankungen, die latent vorhanden sind, kommen laut 92 Prozent in Krisen eher zum Ausbruch.
„Krankschreibung allein hilft in diesem Fall nur begrenzt und ist keine Dauerlösung“, sagt Dr. med. Sabine Köhler, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie. „Unbehandelte Ängste können Panikattacken auslösen (...) und zu ernsthaften Angststörungen führen, die Betroffene nicht mehr kontrollieren können.“
psychische probleme sollten Früh erkannt werden
Jetzt gehe es darum, individuelle Schutzmechanismen zu aktivieren, wobei eine Psychotherapie nützlich sein kann. „Zur Überbrückung bis zum Therapiebeginn oder auch als niedrigschwelligen Einstieg bei geringem Krankheitswert können digitale Gesundheitsanwendungen helfen.“ Wichtig ist, bei anhaltenden Symptomen ärztlichen Rat zu suchen. Gerade bei psychischen Erkrankungen ist die Früherkennung das A und O: Denn die Prognose ist in der Regel umso besser, je früher eine professionelle Hilfestellung erfolgt.
Quelle:
BPtK
PressePortal: Schnelle Folge von Krisen belastet aktuell Psyche der Deutschen
RKI: Psychische Gesundheit
DiGA: deprexis