Apfelbäckchen vermitteln Frische. Was aber, wenn gerötete Wangen die Ursache für eine ernste Hauterkrankung sind? Die Rede ist von Rosazea, einer chronisch-entzündlichen Hauterkrankung, die sich meist zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr entwickelt. Bei Frauen mit heller Haut tritt die Hautkrankheit häufiger auf als bei Männern. Besonders jetzt im Sommer können UV-Strahlen die Symptome begünstigen, weil Hitze die Blutgefäße der Gesichtshaut zusätzlich stimuliert. Spätestens, wenn sich entzündete, sichtbare Papeln und Pusteln und deutliche Rötungen bilden und die Haut unangenehm kribbelt und juckt, ist die Hautveränderung medizinisch ernst zu nehmen.
Der Leidensdruck ist hoch
Verschiedene Reizfaktoren wie zu viel Sonne, Stress, Alkohol aber auch scharfe Gewürze und Speisen können die Symptome verstärken. Anfangs erscheint Rosazea vor allem als ein kosmetisches Problem. Doch die weltweite Online-Befragung „Rosacea: Beyond the visible“ (2018) zeigt, dass Betroffene auch unter den nicht sichtbaren Symptomen wie Schmerzen und Juckreiz leiden. Die Belastung sei privat und beruflich deutlich stärker als bisher angenommen. Und: Über 80 Prozent der Befragten haben ihre Verhaltensweisen angepasst, um die Rosazea besser kontrollieren zu können. Dazu zählen die richtige Hautpflege und die Vermeidung auslösender Faktoren wie unter anderem direkte Sonneneinstrahlung.
Rosazea-Behandlung vom Stadium abhängig
Die Krankheit verläuft in Schüben. Die Symptome treten eine Zeit lang auf und bilden sich dann teilweise zurück. Es gibt Möglichkeiten, Rosazea zu behandeln und die Krankheitsschübe zu verringern. Welche Mittel infrage kommen, sollte in der Apotheke oder auch mit einem Facharzt besprochen werden.
Je nach Schweregrad der Erkrankung wird der Hautarzt eine äußerliche, antientzündliche Therapie oder auch die Einnahme von Antibiotika verordnen. Für Betroffene, die dem Einsatz von Antibiotika – Stichwort Antibiotika-Resistenz – kritisch gegenüberstehen oder unter Nebenwirkungen einer verschreibungspflichtigen Therapie leiden, gibt es in der Apotheke gut verträgliche, antibiotikafreie Therapiealternativen. Allgemein gilt: Rosazea ist behandelbar, aber Betroffene brauchen Geduld.