Wie heißt es so schön: „Das Sitzen ist das neue Rauchen.“ Kein Wunder, schließlich nehmen sitzende Tätigkeiten einen erheblichen Raum in unserem Alltag ein, was sich nicht nur negativ auf die Gesundheit von Herz und Kreislauf, sondern vor allem auch auf unseren Bewegungsapparat auswirkt. Durch zu wenig Bewegung verursachte Rückenschmerzen sind da vorprogrammiert. Auch unter anderem Übergewicht, Fehlbelastungen, Rauchen und psychische Belastungen zählen zu den typischen Risikofaktoren. Eine aktuelle Auswertung der TK zeigt, dass Muskelskeletterkrankungen zu den häufigsten Gründen für eine Krankschreibung gehören. 18,3 Prozent der erwerbstätigen TK-Versicherten ließen sich im letzten Jahr aufgrund dessen krankschreiben.
Multimodale Schmerztherapie
Die meisten Rückenschmerzen haben keine konkrete Ursache und verschwinden nach einiger Zeit von allein. Nach zwölf Wochen anhaltendem Schmerz spricht man von chronischen Rückenschmerzen. Dann kommt in der Regel die multimodale Schmerztherapie (MMST) zum Einsatz. Wichtige Bestandteile eines solchen Programms sind Schmerzbehandlung, körperliche Aktivität und psychotherapeutische Verfahren. In einer Metaanalyse, die in 2022 im „British Medical Journal” erschienen ist, wertete ein Wissenschaftlerteam fast 100 Studien mit gut 13.000 Teilnehmenden aus und stellte fest: Physiotherapie, kombiniert mit Psychotherapie, bringt bei chronischen Kreuzschmerzen die besten Ergebnisse.
Verschiedene digitale Angebote für Rückenschmerzen zur Prävention
Die Multimodalität wird seit einiger Zeit erweitert um sogenannte Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGAs), die es auch speziell für den Bereich Rücken gibt. Sie helfen zum Beispiel mit gezielten Trainingseinheiten bei unspezifischen Rückenschmerzen, mit Entspannungsübungen gegen Stress oder beim Umgang mit den Einschränkungen. Es handelt sich um Medizinprodukte in Form von Apps oder Web-Anwendungen, denen ein medizinischer Nutzen oder eine Verbesserung im Ablauf der Behandlung nachgewiesen werden konnte. Gut zu wissen: Apps, die im DiGA-Verzeichnis des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) gelistet sind, gibt es auf Rezept. Das heißt: Die Kosten werden von den gesetzlichen Krankenlassen erstattet. Aber auch viele Krankenkassen selbst bieten ihren Versicherten kostenlose Rücken-Apps und Online-Rückenkurse an.