Prof. Dr. med. Jürgen Kuschyk, Kardiologe an der Universitätsmedizin Mannheim. StreamConcept!
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S-ICD

„Defibrillatoren können vor plötzlichem Herztod schützen“

Beim plötzlichen Herztod hört unser Lebensmotor abrupt und ohne Vorwarnung auf zu schlagen. Prof. Dr. med. Jürgen Kuschyk, Kardiologe an der Universitätsmedizin Mannheim, erläutert, wer besonders gefährdet ist und wie die Defibrillatortherapie Leben retten kann.

Von Boston Scientific Medizintechnik GmbH
· 2025

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Boston Scientific Medizintechnik GmbH
Klaus-Bungert-Straße 8
40468 Düsseldorf
Web: https://www.s-icd.de

Erschienen in

Medizinischer Fortschritt

am 21. Dezember 2025 in „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“
Möchten Sie auch nicht nur möglichst lange, sondern lange bei möglichst bester Gesundheit und Lebensqualität leben? Und fragen Sie sich gleichzeitig, wie das angesichts der vielen Volksleiden, denen man scheinbar nicht entkommen kann, funktionieren soll? Schließlich nimmt...
Herr Prof. Kuschyk, kurz erklärt: Was passiert bei einem plötzlichen Herztod?

Beim plötzlichen Herztod verliert das Herz seinen geordneten Rhythmus und anstatt regelmäßig das Blut durch den Körper zu pumpen, flimmert es chaotisch. Innerhalb weniger Sekunden kommt der Kreislauf zum Erliegen, sodass das Gehirn nicht mehr mit Blut und Sauerstoff versorgt werden kann. Gibt es keine adäquaten Wiederbelebungsmaßnahmen, verstirbt die betroffene Person recht schnell daran.

Welche Symptome können für dieses lebensbedrohliche Ereignis sprechen?

Typische Warnzeichen sind Brustschmerz, Luftnot, Schwindel, Herzstolpern und Ohnmachtsgefühl. Das Tückische daran ist, dass es völlig unerwartet auftreten kann – auch bei Menschen, die sich gesund fühlen. Entwarnend kann man jedoch sagen: Wenn bei einem kardiologischen Check-up nichts Auffälliges am Herz gefunden wurde und in der Familie keine Fälle aufgetreten sind, ist das Risiko deutlich niedriger.

Was sind die Ursachen für den plötzlichen Herztod?

Zumeist sind es Durchblutungsstörungen des Herzes, also die koronare Herzerkrankung, Herzinsuffizienz, eine Herzmuskelentzündung oder Narben, die nach einem Herzinfarkt entstehen. Doch auch eine Vielzahl an genetischen Erkrankungen des Herzmuskels sowie die sogenannten vererbbaren Arrhythmiesyndrome können ursächlich sein.

Etwa 65.000 Menschen sterben in Deutschland jährlich am plötzlichen Herztod. Wie könnte dieser verhindert werden?

Das ist die zentrale Frage, über die international intensiv gesprochen wird. Drei Aspekte sind hierbei bedeutend. Zunächst gilt es, die Patientinnen und Patienten zu identifizieren, die von einem plötzlichen Herztod bedroht sind, also die beispielsweise eine koronare Herzerkrankung haben. Tritt der plötzliche Herztod unerwartet ein, ist natürlich die Wiederbelebung das A und O, wobei automatische externe Defibrillatoren eine entscheidende Rolle spielen. Haben wir die Personen identifiziert, die aufgrund einer schweren Herzschwäche gefährdet sind, einen plötzlichen Herztod zu erleiden, oder die bereits ein solches Ereignis überlebt haben, kommt die Defibrillator-Therapie ins Spiel – vor allem dann, wenn die Pumpfunktion weniger als 35 Prozent Auswurfleistung in der linken Herzkammer aufweist. Hierfür ist der ICD nachweislich die einzig effektive Methode. 

Grafik: Vergleich ICD mit S-ICD
Grafik: Vergleich ICD mit S-ICD
Viele Betroffene können also von einem implantierbaren Kardioverter-Defibrillator, kurz ICD, profitieren. Wie ist die Funktionsweise dieses Gerätes?

Der ICD ist in der Lage, eine chaotische Rhythmusstörung elektrisch zu behandeln, indem er einen Stromstoß abgibt. Grundsätzlich gibt es zwei Arten implantierbarer Defibrillatoren – transvenöse und nicht transvenöse Systeme. Konventionelle Defibrillatoren bestehen aus Elektroden, die über die Venen zum Herz führen und dort befestigt werden, wobei als mögliche Komplikationen Verletzungen an Lunge und Herz oder Infektionen nicht ganz ausgeschlossen werden können. Zudem können die Elektroden im gesamten Venenverlauf festwachsen. Anders ist es beim nicht transvenösen System S-ICD, dessen Elektrode auf dem Brustbein unter der Haut fixiert ist.

Weshalb der S-ICD die komplikationsärmere Variante ist …

Beim S-ICD haben wir keine Elektroden mehr im Gefäßsystem oder im Herz, sodass Elektrodenbrüche deutlich seltener auftreten. Hinzu kommt, dass sich beim S-ICD das Defibrillatorgerät in einem besser geschützten Bereich, seitlich, unter dem großen Rückenmuskel unweit der linken Achselhöhle, befindet. Das Gerät kann so das Herz, wenn Rhythmusstörungen auftreten, defibrillieren. Letztlich ist die Therapie mit Abgabe des elektrischen Stromstoßes durch den S-ICD genauso sicher wie bei der traditionellen Form. Er bietet Schutz, aber mit weniger schwerwiegenden Komplikationen, wie wir durch Studien herausgefunden haben.

Für welche Patientengruppe ist welcher der beiden Defibrillatoren geeignet?

Der subkutane Defibrillator ist für alle Patienten geeignet, die keine spezielle Stimulation benötigen. Hierzu zählen besonders auch jüngere und aktive, sportliche, berufstätige Patienten mit langer Lebenserwartung oder jene mit vererbbaren Rhythmusstörungen. Denn wir wissen, dass wir so Komplikationen, wie sie bei konventionellen Formen mitunter auftreten, eher vermeiden können. Ist jedoch bei bestimmten Patienten eine Stimulation vonnöten, kommt der konventionelle transvenöse Defibrillator, der ICD, ins Spiel. Dieser kann ebenso als Herzschrittmacher genutzt werden – als Stimulationshilfe, wenn sich die Herzfrequenz verlangsamt. Zudem profitieren genau jene Patienten, die einen sogenannten Linksschenkelblock haben und eine elektrische Herzinsuffizienztherapie bekommen. Mit dieser kardialen Resynchronisationstherapie kann das Herz wieder synchron schlagen.

Ist es möglich, mit einem S-ICD sportlich aktiv zu sein?

Gerade mit dem S-ICD System ist es aufgrund seiner Art, wie er im Körper platziert wird, möglich, viele Sportarten zu betreiben. Mit dem S-ICD wurden bereits Profisportler wie Fußballer, aber auch eine bekannte Stabhochspringerin erfolgreich versorgt.

Disclaimer

Diese Medizinprodukte sind nicht zur Anwendung durch Laien vorgesehen und dürfen nur an Fachkreisangehörige oder auf Grundlage einer ärztlichen Verordnung abgegeben werden. Darstellung nur zu Informationszwecken. Der Beitrag wurde mit freundlicher Unterstützung von Boston Scientific Medizintechnik GmbH erstellt.