Viele Betroffene können also von einem implantierbaren Kardioverter-Defibrillator, kurz ICD, profitieren. Wie ist die Funktionsweise dieses Gerätes?
Der ICD ist in der Lage, eine chaotische Rhythmusstörung elektrisch zu behandeln, indem er einen Stromstoß abgibt. Grundsätzlich gibt es zwei Arten implantierbarer Defibrillatoren – transvenöse und nicht transvenöse Systeme. Konventionelle Defibrillatoren bestehen aus Elektroden, die über die Venen zum Herz führen und dort befestigt werden, wobei als mögliche Komplikationen Verletzungen an Lunge und Herz oder Infektionen nicht ganz ausgeschlossen werden können. Zudem können die Elektroden im gesamten Venenverlauf festwachsen. Anders ist es beim nicht transvenösen System S-ICD, dessen Elektrode auf dem Brustbein unter der Haut fixiert ist.
Weshalb der S-ICD die komplikationsärmere Variante ist …
Beim S-ICD haben wir keine Elektroden mehr im Gefäßsystem oder im Herz, sodass Elektrodenbrüche deutlich seltener auftreten. Hinzu kommt, dass sich beim S-ICD das Defibrillatorgerät in einem besser geschützten Bereich, seitlich, unter dem großen Rückenmuskel unweit der linken Achselhöhle, befindet. Das Gerät kann so das Herz, wenn Rhythmusstörungen auftreten, defibrillieren. Letztlich ist die Therapie mit Abgabe des elektrischen Stromstoßes durch den S-ICD genauso sicher wie bei der traditionellen Form. Er bietet Schutz, aber mit weniger schwerwiegenden Komplikationen, wie wir durch Studien herausgefunden haben.
Für welche Patientengruppe ist welcher der beiden Defibrillatoren geeignet?
Der subkutane Defibrillator ist für alle Patienten geeignet, die keine spezielle Stimulation benötigen. Hierzu zählen besonders auch jüngere und aktive, sportliche, berufstätige Patienten mit langer Lebenserwartung oder jene mit vererbbaren Rhythmusstörungen. Denn wir wissen, dass wir so Komplikationen, wie sie bei konventionellen Formen mitunter auftreten, eher vermeiden können. Ist jedoch bei bestimmten Patienten eine Stimulation vonnöten, kommt der konventionelle transvenöse Defibrillator, der ICD, ins Spiel. Dieser kann ebenso als Herzschrittmacher genutzt werden – als Stimulationshilfe, wenn sich die Herzfrequenz verlangsamt. Zudem profitieren genau jene Patienten, die einen sogenannten Linksschenkelblock haben und eine elektrische Herzinsuffizienztherapie bekommen. Mit dieser kardialen Resynchronisationstherapie kann das Herz wieder synchron schlagen.
Ist es möglich, mit einem S-ICD sportlich aktiv zu sein?
Gerade mit dem S-ICD System ist es aufgrund seiner Art, wie er im Körper platziert wird, möglich, viele Sportarten zu betreiben. Mit dem S-ICD wurden bereits Profisportler wie Fußballer, aber auch eine bekannte Stabhochspringerin erfolgreich versorgt.