Wenn sich der erste Schock nach dem Arztbesuch gelegt hat, kommt die Frage: Wie gehe ich mit den Folgen der Behandlung um? Meist folgt eine Chemotherapie – mit Auswirkungen wie Haarausfall. In einigen Fällen muss die Brust teilweise oder ganz abgenommen werden. Der Verlust weiblicher Merkmale, mit denen wir uns als Frau identifizieren, trifft in der Regel schwer.
Selbstwertgefühl stärken: Angebote nutzen
Aktiv sein und nicht zuzulassen, dass einem der Krebs neben der Gesundheit auch noch das Selbstbewusstsein nimmt, ist die Antwort darauf. So gibt es zum Beispiel die Option, sich neue Impulse durch Kosmetikseminare zu holen. Dabei zeigen Make-up-Expertinnen Tricks, mit denen der Verlust von Wimpern und Augenbrauen geschickt kaschiert werden kann. Auch kann frau sich bei einem speziell geschulten Friseur beraten lassen: Neben Tipps zum Umgang mit Haarausfall gibt es dort auch Informationen zur Anschaffung und Abrechnung mit der Krankenkasse beim Kauf einer Zweitfrisur. Sollte eine Mastektomie, also die Entfernung einer oder beider Brüste notwendig sein, entscheidet sich manche Frau, zu ihrem veränderten Körper zu stehen und lässt sich statt eines Brustaufbaus eine Tätowierung an der Stelle der Narbe machen. Symbole haben hier oft eine große Bedeutung – sei es eine Blumengirlande oder ein Tribal, das für Stärke und Mut stehen kann.
Situation annehmen – und kämpfen
Was helfen kann, stark zu bleiben, sind Gespräche mit einem guten Therapeuten und der Austausch mit anderen betroffenen Frauen in einer Selbsthilfegruppe. Auch Entspannungstechniken und Tanz sind Instrumente, seinen Körper in einer positiven Weise zu spüren. Forscher der McGill University in Montreal haben schon vor Jahren herausgefunden, dass allein das Hören von Musik eine Ausschüttung von Dopamin im Körper bewirkt – ein Glückshormon, das auch im Zustand des Verliebtseins präsent ist. Es gibt Frauen, die mit ihrer Diagnose an die Öffentlichkeit gegangen sind und von deren Erfahrungen Betroffene viel Kraft schöpfen können. Was sich wie ein roter Faden durch die meisten dieser Biografien zieht, ist die Bereitschaft, nicht die Augen zu verschließen vor der Realität, sich mit Wachheit auf das Leben, so wie es gerade ist, einzulassen. Dazu gehört, sich neben dem Kämpfen nicht zu verurteilen, wenn es auch mal schwache Momente gibt. Und schließlich so gut für sich zu sorgen, wie es nur irgend geht. Eine Erfahrung wie diese kann letztendlich auch dazu beitragen, zu erkennen, wieviel Stärke in einem selbst steckt.