Sie sind lebensnotwendige Helfer für die Gesundheit: Mikronährstoffe. Oft wird ihre Bedeutung unterschätzt, dabei ist insbesondere auch das Herz auf sie angewiesen. Günstig auswirken sollen sich zum Beispiel Omega-3-Fettsäuren, die Antioxidantien Vitamin E und C, der Mineralstoff Magnesium und das Spurenelement Selen. Ein Mangel an Selen kann den Körper anfällig machen für oxidativen Stress und Krankheiten, weshalb es wichtig ist, den Selenspiegel im Blut im Blick zu haben.
Selen verhindert Mutation
Inwiefern sich ein Mangel auf das Herz auswirken kann, entdeckten Wissenschaftler in der nordöstlichen Provinz Keshan in China. Dort häuften sich in den 1960er- und 1970er-Jahren Fälle einer potenziell tödlichen Herzkrankheit. Die Keshan-Krankheit wurde mit dem in der Region weit verbreiteten Selenmangel in Verbindung gebracht. Man vermutet, dass die Vermehrung der verursachenden Coxsackie-Viren durch Selen gehemmt wird. Herzerkrankungen können allerdings auch beispielsweise durch eine Fibrose verursacht werden, eine vermehrte Bildung von Kollagen, das den Herzmuskel zunehmend versteift und dessen Kontraktion erschwert.
Niedrigere kardiovaskuläre Mortalität
Im Jahr 2013 veröffentlichten schwedische Wissenschaftler um Prof. Urban Alehagen im „International Journal of Cardiology“ eine Studie, an der 443 Männer und Frauen mit einem Durchschnittsalter von 78 Jahren und ohne schwerwiegende Erkrankungen teilnahmen. Sie erhielten zufallsbedingt entweder vier Jahre lang eine Tagesdosis von 200 Mikrogramm organischer Selenhefe als Nahrungsergänzungsmittel in Kombination mit der Gabe von Coenzym-Q10 oder ein entsprechendes Placebo. Regelmäßig wurden klinische Untersuchungen durchgeführt, Echokardiographie-Scans und Messungen eines Biomarkers für kardiovaskuläre Gesundheit. Die anschließende Auswertung der Daten ergab: Die Selengruppe wies im Vergleich zur Placebogruppe eine um 54 Prozent niedrigere kardiovaskuläre Sterblichkeit auf, die Herzmuskelfunktion hatte sich deutlich verbessert und es gab weniger Anzeichen für eine Fibrose. Die Forscher konnten die Ergebnisse in einer Folgestudie auch zehn Jahre nach Interventionsbeginn bestätigen. Warum und wie die kardioprotektive Wirkung über diese Zeit hinaus anhielt, muss jedoch noch geklärt werden.
Quellen:
www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/selen/
www.verbraucherzentrale.de/wissen/lebensmittel/nahrungsergaenzungsmittel/selen-ein-guter-schutz-fuer-unseren-koerper-17732