Jucken, Brennen und Nässen am After? Typische Anzeichen für Hämorrhoiden. Viele Menschen halten sie für ungebetene Gäste, die man schnell wieder loswerden möchte. Doch was kaum jemand weiß: Alle haben sie – und das ist auch gut so. Denn durch Anschwellen verhindern Hämorrhoiden, dass unkontrolliert Stuhl aus dem Darm austritt. Ohne das ringförmig unter der Enddarmschleimhaut nahe dem Darmausgang liegende Gefäßpolster könnte der Schließmuskel diese Aufgabe nicht bewältigen.
Eine Frage des Drucks
Doch wie kommt es auf einmal zu Beschwerden, zu denen auch ein wiederkehrendes Fremdkörpergefühl und Blutungen beim Stuhlgang gehören? Hämorrhoiden werden erst dann krankhaft, wenn sie sich von innen nach außen vorwölben und es zu einem Blutstau kommt – Mediziner sprechen dann von einem Hämorridalleiden. Häufigste Ursache hierfür ist starkes Pressen bei der Darmentleerung und ein damit verbundener Druck auf die Gefäße im Analbereich. Tipp: Ein Toilettenhocker, der für einen veränderten Sitzwinkel sorgt, kann den Abgang des Stuhls erleichtern und somit Druck aus der „Sitzung“ nehmen. Aber auch eine angeborene Bindegewebsschwäche, welche die Schließmuskeln erschlaffen lässt, Übergewicht und eine Schwangerschaft können Hämorridalleiden begünstigen.
Symptome bei Hämorrhoiden: Abhilfe schaffen
Viele Betroffene rennen förmlich in die Apotheke, um mit einer Salbe, Zäpfchen oder Sitzbädern schnell Linderung zu erfahren. Fakt ist jedoch: Die Ursachen beheben diese Maßnahmen nicht, und von selbst bilden sich Hämorrhoiden nicht zurück. Im schlimmsten Fall kann sich im Endstadium eine Stuhlinkontinenz einstellen. Daher ist eine proktologische Untersuchung mehr als ratsam. Denn hinter den Symptomen können auch andere Krankheiten wie eine Analfissur oder Darmkrebs stecken. Also: Bloß keine falsche Scham! Wird das Hämorridalleiden frühzeitig behandelt – zum Beispiel im Anfangsstadium mit Medikamenten, die injiziert werden –, ist man es in der Regel schnell und schmerzlos wieder los. Stärker vergrößerte Hämorrhoiden können verödet oder abgebunden werden. Bei fortgeschrittener Krankheit hilft meist nur eine Operation, bei der das überschüssige Gewebe entfernt wird.