Bei Action-Held Arnold Schwarzenegger wurde sie bereits diagnostiziert, bei Ex-Fußballer Berti Vogts auch, genauso wie bei dem inzwischen verstorbenen Schauspieler Robin Williams: Die Rede ist von einer Herzklappenerkrankung – ein nicht seltenes Herzleiden, von dem hierzulande schätzungsweise mehrere hunderttausend Menschen betroffen sind.
Verengung an der Aortenklappe
Die häufigsten, mit Beschwerden einhergehenden Herzklappenfehler betreffen die linke Herzhälfte, also die Aorten- und Mitralklappe. Bei einer Aortenklappenstenose, die durch einen eingeschränkten Blutfluss gekennzeichnet ist, gehören Druck und Schmerzen im Brustkorb sowie Atemnot bei geringen Belastungen zu den auffälligsten Symptomen. Müssen leichte Formen dieser am meisten diagnostizierten Herzklappenerkrankung lediglich regelmäßig unter Kontrolle bleiben, sind fortgeschrittene Erkrankungsstadien nur operativ in den Griff zu bekommen – so wie bei Schwarzenegger, Vogts und Williams.
Nicht nur die künstlichen Herzklappen selbst werden immer filigraner und bestehen aus verträglicheren Materialien, auch die Verfahren, wie die Herzklappenprothesen ins Herz gelangen, entwickeln sich stetig weiter. Nachdem über Jahrzehnte die OP am offenen Herzen als alternativlos galt, ist heute die Transkatheter-Aortenklappen-Implantation, kurz TAVI, immer häufiger das Mittel der Wahl. Zumeist werden diese Eingriffe per Katheter entweder durch die Leiste oder über einen kleinen chirurgischen Schnitt an der Herzspitze durchgeführt. Deutschlandweit gab es im Jahr 2017 knapp 20.000 TAVI-Eingriffe – ein Anstieg von 15,5 Prozent zum Vorjahr.
TAVI: Motorisiert zur defekten Klappe
Und der medizinische Fortschritt geht immer weiter, wie die Universitätsmedizin Mainz mit einer neuen Methode unter Beweis stellt. Als europaweit erste Kardiologen konnten die Mainzer Herzspezialisten im Februar einem Patienten das neueste Modell einer künstlichen Aortenklappe implantieren, das mit einem Elektromotor von außen kontrolliert über einen Katheter freigesetzt wird. Mit gleich mehreren Vorteilen für Patienten und Implanteure: Angesichts der neuartigen motorisierten Freisetzung der Herzklappe sind sowohl eine sehr kontrollierte Implantation als auch eine noch exaktere Positionierung möglich. Zudem erlaubt nicht nur das biegbare Kathetersystem eine schonende Steuerung über den Aortenbogen, auch sind dank der speziellen Form des Implantats geringere Undichtigkeiten neben der Klappe möglich – ein Benefit, der sich gerade bei Hochrisikopatienten positiv auswirkt.