US-Schauspielerin Sharon Stone hat es bereits getroffen, genauso wie Sänger Wolfgang Niedecken oder Komikerin Gaby Köster. Die Rede ist vom Schlaganfall – einer lebensbedrohlichen Erkrankung, bei der in den meisten Fällen ein zum Gehirn führendes Blutgefäß plötzlich durch ein Gerinnsel verstopft ist. Typische Symptome können Lähmungs- und Taubheitsgefühle in einer Körperhälfte, plötzliche Seh- und Sprachstörungen und akuter Schwindel sein.
Schlaganfall-Auslöser im Herzen
Doch wie kommt es überhaupt dazu? Nicht selten ist Vorhofflimmern im Herzen einer der Auslöser. Durch eine Störung der Pumpfunktion staut sich das Blut in den Vorhöfen. Es kann verklumpen und schließlich ein Blutgerinnsel bilden, das ins Gehirn wandert – mit weitreichenden Folgen. Denn wird das betroffene Areal nur unzureichend mit Sauerstoff versorgt, sterben bereits nach kürzester Zeit Gehirnzellen ab – pro Minute 1,9 Millionen Nervenzellen. Um diese fatalen Auswirkungen – jeder fünfte Schlaganfall-Patient stirbt sogar innerhalb von vier Wochen – zu vermeiden, ist es wichtig, bereits bei den ersten Symptomen unverzüglich den Rettungsdienst zu verständigen. Denn ein Gerinnsel sollte innerhalb von vier bis sechs Stunden nach dem Schlaganfall aufgelöst sein, damit das unterversorgte Gewebe nicht abstirbt.
Durchbruch Thrombektomie mittels Katheter
War über viele Jahre die systemische Thrombolyse das einzige Mittel, die Durchblutung im Gehirn wiederherzustellen, setzt man heute immer häufiger auf die mechanische Thrombektomie, bei der der Pfropfen mithilfe eines Mini-Katheters entfernt wird. Laut der zu Beginn des Jahres veröffentlichten Dawn-Studie, können bestimmte Patienten nun sogar noch sechs bis rund 24 Stunden nach dem Verschluss des Gehirngefäßes von dieser Methode profitieren. Man geht davon aus, dass bei diesen Patienten zwar ein Teil des Hirngewebes geschädigt, jedoch nicht abgestorben war.
Einfliegende Spezialisten
Problem nur: Nicht jede der bundesweit rund 310 Stroke Units verfügt über spezialisierte Neuroradiologen. Nur etwa 120 dieser Abteilungen mit besonderer Expertise auf Schlaganfälle bieten die Thrombektomie an. Gerade in ländlichen oder strukturschwachen Gebieten ist es schwierig, den großen Bedarf zu decken. Um dem entgegenzuwirken, startete dieses Jahr – zunächst erst einmal nur in Bayern – das Projekt "FIT – Fliegende Interventionalisten". Das Besondere daran: Um die Zeit bis zur Behandlung erheblich zu verringern, werden für den Eingriff auf Thrombektomie spezialisierte Neuroradiologen mit dem Hubschrauber eingeflogen. Experten zufolge könnte dies in Zukunft den Therapieverlauf erheblich verbessern.