Schweißausbrüche, Herzklopfen, Atemnot bis hin zu Ohnmacht: Jemand, der Angst vor Spritzen oder Nadeln hat, kennt diese Symptome nur allzu gut. Eine im November 2022 in „PLOS ONE“ veröffentlichte internationale Befragung von rund 2.100 Erwachsenen brachte zutage: Mehr als 60 Prozent der Menschen haben zumindest in einem gewissen Ausmaß Angst vor Spritzennadeln. Frauen seien dabei häufiger betroffen als Männer. Verheerend: Von den Teilnehmenden mit einer sogenannten Trypanophobie gaben 52,2 Prozent an, Blutabnahmen zu vermeiden, 33,1 Prozent verzichten auf Impfungen. 18,3 Prozent der Ängstlichen versuchen sogar, notwendige Injektionen bei schweren Gesundheitsproblemen zu umgehen.
Trypanophobie: Behandlung durch Konfrontation
Wenn die Angst mit einfachen Mitteln wie etwa Atem- und Entspannungstechniken nicht in den Griff zu bekommen ist, rät die S3-Leitlinie zur Behandlung von Angststörungen zu einer Expositionstherapie, bei der Betroffene Schritt für Schritt mit der angstauslösenden Situation konfrontiert werden. Zudem besteht die Möglichkeit, dass die Stelle für die Injektion mithilfe einer Betäubungscreme präpariert wird, sodass vom Nadelstich fast nichts mehr zu spüren ist. Wichtig ist es, mit seiner Angst offen umzugehen. Ein kleiner Piks bringt niemanden um, der Verzicht auf medizinische (Vorsorge-)Maßnahmen kann jedoch Leben kosten.
Die hier zur Verfügung gestellten Informationen dienen nicht der Diagnose, Behandlung oder Heilung eines Gesundheitszustandes.