Immer wieder tauchen Schlagzeilen wie diese in den Nachrichten auf: „Babyboom in Deutschland hält an“. Was des einen – den frischgebackenen Eltern – Freud, ist des anderen Leid. Gemeint sind jene Paare, bei denen der Schwangerschaftstest immer wieder „negativ“ anzeigt. Ist auch nach zwei Jahren alle Mühe vergebens, sprechen Experten von einem unerfüllten Kinderwunsch. Spätestens dann sollten Paare sich in die erfahrenen Hände von Experten in Kinderwunschzentren begeben, um den Ursachen auf den Grund zu gehen. Auch, weil das Thema ein sehr emotionales ist, das die Partnerschaft auf Dauer enorm belasten kann. Vor allem Frauen suchen die Schuld oft bei sich. Dabei liegen laut neuesten Erkenntnissen die Ursachen mit jeweils 30 bis 40 Prozent beim Mann oder bei der Frau. Teilweise auch bei beiden gleichzeitig.
Unerfüllter Kinderwunsch: Künstliche Befruchtungen sind kostspielig
Sind organische Ursachen ausgeschlossen oder erfolgreich therapiert und dennoch lässt der Satz „Herzlichen Glückwunsch, Sie sind schwanger!“ auf sich warten, kann die moderne Reproduktionsmedizin helfen. Immerhin: Im Schnitt führt fast jede dritte künstliche Befruchtung zum Erfolg. Seit 2004 übernehmen die Krankenkassen allerdings nur noch 50 Prozent der Kosten – für die ersten drei Versuche und nur bei verheirateten Paaren und Frauen zwischen 25 und 40 Jahren. Wenn man bedenkt, dass eine künstliche Befruchtung mit mehreren tausend Euro Eigenanteil zu Buche schlagen kann, scheitert die Erfüllung des Kinderwunsches letztlich bei vielen Paaren am Geld. Aus diesem Grund machen seit 2012 Bund und Länder Geld locker – paritätisch bis zu einem Viertel der Kosten. Jedoch nur in den Bundesländern, welche die Förderrichtlinie auch umgesetzt haben. Das sind aktuell nur sechs.
FDP fordert einheitliche Regelung
„Die Verwirklichung eines Kinderwunsches ist dadurch in hohem Maße abhängig vom Wohnort derjenigen, die ein Kind bekommen möchten“, verdeutlichte die FDP-Fraktionsvize Katja Suding in einem Redebeitrag zur Debatte zu Beginn des Jahres. „Diese Ungleichbehandlung halten wir für absolut falsch.“ Eine bundeseinheitliche Regelung sei dringend geboten. Unabhängig von einer Co-Finanzierung durch die Länder sollen 25 Prozent der Gesamtkosten für die ersten vier Versuche von Fruchtbarkeitsbehandlungen vom Bund übernommen werden – auch für homosexuelle Paare und Singles. Bleibt abzuwarten, ob durch den Vorstoß der FDP in Zukunft Wohnort, Alter, Familienstand oder sexuelle Orientierung bei der Chance auf die Erfüllung des Kinderwunsches keine Rolle mehr spielen.